Ort:
Crowne Plaza Hotel - Wiesbaden Bahnhofstraße 10 -12 65185 Wiesbaden
Datum:
21.04.2007
Anwesende:
Es hat bislang ca. 100 Anmeldungen gegeben
Referenten:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. L.-A. Hotze
Dr. med. F. Sojitrawalla
Dr. med. Chantal A. Werner
Koordination der Teilnehmer des Forums, Sammlung der Fragen und Vorbereitung
des Seminars:
Herr Michael d'Angelo, Bopfingen
Lokale Koordination:
Frau B. Behrens-Schäfer, Wiesbaden
Unterstützung für Tagungsraum, Verpflegung und Getränke:
Sanofi-Aventis, Berlin
Protokoll der Fragen und Antworten während des Seminars:
Frau Dr. C. A. Werner
Text:
Frau Dr. Werner
Prof. Hotze
Fragen sind mit dem vorangestellten Kürzel "F:", Antworten mit "A:" gekennzeichnet.
1.
Andrea:
F1: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Schilddrüse und dem
Glukosestoffwechsel? Können z.B. in SD-Unterfunktion vermehrt auch Hypoglykämien
auftreten, die dann bei guter Einstellung wieder verschwinden?
A: Ja. Unterfunktion kann als Auslöser zu einer Hypoglykämie beitragen.
Wir haben das in unserer Praxis jedoch noch nicht gesehen.
Recht häufig dagegen ist die umgekehrte Situation. Ein bestehender Diabetes
verschlechtert sich bei zuviel SD Hormon, oder der Insulinbedarf bei Insulinpflicht
steigt.
F2:Kann eine Fehlregulation der Hypophyse selektiv das Wachstumshormon
betreffen, oder sind immer mehrere untergeordnete Drüsen betroffen?
A: Ja: Bei Kindern mit Kleinwuchs.
Bei Erwachsenen hingegen kommt es bei hormonell inaktiven Hypophysen Adenomen
(Mikro- oder Makro) fast immer zu kombinierten Steuerungshormonminderungen.
Eine isolierte Erhöhung des Wachstumshormons gibt es beim Erwachsenen unter
der Bezeichnung Akromegalie. Hier ist die Ursache in den allermeisten Fällen
ein gutartiger hormonaktiver Tumor.
2.
Ben:
F: Dass ich bei T4 von der Einnahme bis zur nächsten BE 24 Stunden
warten soll ist mir klar; mich würde interessieren wie sich das bei T3 verhält.
T3 hat ja bekanntlich eine Halbwertszeit von 8-9 Stunden (im Gegensatz zu T4
mit 8 bis 9 Tagen) und bei einer Differenz zwischen Einnahme und BE wären quasi
3 Halbwertszeiten vergangen, so dass nach meiner Überlegung der Wert nicht
mehr so gut zur Beurteilung des Hormonstatus herangezogen werden kann.
Inwiefern ist also der fT3 Wert im Falle einer T3 Einnahme und 24 Std Pause
zur BE aussagekräftig?
A: Die HWZ von T3 beträgt ca. 19 Stunden.
Es gibt nur ganz wenige Patienten, die reines T3 einnehmen.
Außerdem wird T3 durch Abspaltung eines Jodatoms ständig aus vorhandenem
T4 gebildet.
Wenn allerdings L-T3 alleine eingenommen wird, geht - wenn die SD noch vorhanden
ist - die Produktion von T4 durch die SD zurück; Folge ist ein erniedrigter
FT4 Wert.
3.
Monika:
F1: Kinderwunsch trotz MB?
A: OP Empfehlung vor einer geplanten SS, wenn:
F2: Mögliche Komplikationen bei der Familienplanung (Frau: MB, Mann:
Diabetes Typ 1)?
A: Bei den Autoimmunerkrankungen der Eltern besteht auch für den Nachwuchs ein
höheres Risiko für das Entstehen einer Autoimmunerkrankung.
4.
Ursula:
F1: Gibt es neue Erkenntnisse zur Behandlung der Weißfleckenkrankheit
bzw. das Fortschreiten zu verringern?
A: Nicht bekannt. Unsere Praxis kann bei Bedarf Anschrift eines Experten
für diese Erkrankung benennen.
F2: Erhöhter Fettgehalt im Körper, verminderter Muskelaufbau trotz
intensivem Muskelaufbautrainings: Welche Möglichkeiten bestehen, einen evtl.
erhöhten Fettgehalt zu reduzieren bzw. erfolgreich und langfristig Muskeln auf
zu bauen?
A: Frage ist zu allgemein.
Kommt auf die Ursache an, z. B. Mangel an männlichen Sexualhormon oder hGH
Mangel.
F3: Trotz (angeblich) ausreichender Medikation und ausreichendem
Schlaf habe ich morgens Ränder unter den Augen und fühle mich völlig zerschlagen.
Wie kann ich dies beheben? Wo soll ich die Ursache suchen?
A: Frage ist zu allgemein. "Angeblich" kann nur anhand konkreter Laborwerte
geklärt werden, "ausreichende Medikation" bezieht sich worauf? Nur SD Hormon
oder auch andere Medikamente?
5.
Helga:
F1: Womit, außer dem Nachweis von Antikörpern, lässt sich eine Hashimoto-Thyreoiditis
verifizieren?
A: Sonografie - Echoarmut und/oder vermehrte Durchblutung. "Verifizierung"
gilt allerdings nur bei gleichzeitig bestehender Unterfunktion.
F2: Ab wann "darf" ein Arzt bei einer unsicheren Diagnose auf Hashimoto-Thyreoiditis
Hormone geben? (Lässt sich durch frühzeitige Hormongabe der Wust an Beschwerden
nicht viel eher verhindern - und damit die "Schwerstformen" der Erkrankung,
mit denen sich einige hier herumschlagen?)"
A: Grundsätzlich "darf" ein Arzt "alles", wenn er es medizinisch für
gerechtfertigt hält. Eine Therapie mit SD Hormon ist auf jeden Fall gerechtfertigt,
wenn in der Blutuntersuchung Hinweise für eine beginnende Unterfunktion vorliegen
und gleichzeitig zu einer Unterfunktion "passende" klinische Symptome vorhanden
sind.
6.
Sabine:
F1: Steuert der TSH sowohl die Bildung von T3 wie auch T4?
A: Ja.
F2: Welches Mengenverhältnis besteht hinsichtlich der Hormonproduktion
zwischen TSH-gesteuerten und nicht TSH-gesteuerten Zellen?
A: Ohne TSH-Stimulation sinkt die Produktion auf ca. 60% (muss ich noch
im Henning Buch checken)
F3: Welche Hormone werden in den autonomen Zellen - ggf. in welchen
Mengenverhältnis - produziert?
A: In den allermeisten Fällen: Beide. Mengenverhältnis bleibt gleich
(ca. 10:1, mit individueller Abweichung). Selten gibt es so genannte "T3-Hyperthyreosen".
Hier überwiegt die T3 Produktion, T4 bleibt normal.
F4: Welche SD-Zellen (autonome oder nicht autonome, T4- oder T3-produzierende)
werden vorwiegend zerstört oder geschädigt? Oder ist die Zerstörung nicht vorhersehbar
/ individuell unterschiedlich?
A: Wodurch zerstört? Wenn RJT gemeint: Zerstörungsgrad richtet sich nach
der Menge der Jodaufnahme in die einzelne Zelle. Da diese bei autonomen Zellen
in der Regel höher ist, führt RJT überwiegend zu deren Zerstörung. Je größer
der Unterschied in der Jodaufnahme zwischen "autonom" und "gesund", desto selektiver
die Zerstörung von "autonom".
"Zerstörung" bei AIT: der Autoimmunprozess kann auch zur Verkleinerung von
autonomen Zellen führen. Ausmaß ist - wie bei Nicht-Vorhandensein von autonomem
Gewebe nicht vorhersehbar.
F5: Gibt es diesbezüglich Unterschiede zw. der hypertrophen
und der atrophen Form?
A: Hypertrophe Form ist definitionsgemäß "Nicht-Verkleinerung".
F6: Verändern sich die Zerstörungsschwerpunkte im Verlauf der Erkrankung?
A: Sie können.
F7: Welche Mechanismen bestimmen die Aktivität der autonomen Zellen?
A: Die "Autonomisierung" geschieht aus sich heraus, aus einer somatischen
Mutation. Die Aktivität der Hormonproduktion hängt von der vorhandenen Jodmenge
ab.
F8: Wie schätzen Sie die Häufigkeit von Nährstoffmängeln von Hashimoto-
und Basedow-Patienten im Verhältnis zu SD-gesunden Personen ein?
A: Umfrage. Mail morgen an M. d'Angelo.
F9: Welche Nährstoffmängel sind Ihrer Erfahrung nach am häufigsten
vertreten?
A: Eisen, B12 und Selen. Hierzu gibt es auch eine Umfrage im "Hashimoto-Forum".
F10: Warum ist das so?
A: Vermehrter "Verbrauch" durch Autoimmunprozess (daran beteiligte Enzyme),
verminderte Stimulation der Produktion (Unterfunktion), verminderte Resorption
(Antikörper gegen Zellen der Magenschleimhaut; eigenständige Autoimmunerkrankung,
häufig zusammen mit AIT vorkommend)
F11: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Unterschiede
bei der Messung der freien (fTs) und der gebundenen Werte (Ts)
A: Gibt es zuhauf. Die Diskussion um Stellenwert der freien und gebundenen
Hormone ist schon uralt. Es gibt keinen Grund, noch gebundene Hormone zu bestimmen.
F12: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich Wohlbefinden
und Lage der Ts/ fTs?
A: Es gibt ein Editorial dazu, im Zusammenhang mit gleichzeitiger T3
Zufuhr in:
The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism.
http://jcem.endojournals.org/cgi/reprint/88/10/4540
Grundsätzlich sollte der Anteil des FT3 größer sein; allerdings ist ein positiver
oder negativer Effekt von der Ausgangslage (wie stark war Unterfunktion, wie
lange bestand sie) abhängig und von der Verteilung der Rezeptoren, die für die
Vermittlung der Hormonwirkung verantwortlich sind und die letztendlich - unabhängig
von der absoluten Hormonkonzentration (wenn sie "einigermaßen" normal ist) über
das Befinden mitentscheiden.
F13: Wie schnell bzw. träge reagiert das TSH auf Veränderungen?
A: Träge. Beispiel: Supprimiertes TSH bei M. Basedow bleibt nach Thyreostatika
bedingter Normalisierung von FT3 und FT4 in den meisten Fällen monatelang unverändert.
6.
Ursel:
F1: Besteht ein Risiko für ein ungeborenes Kind im Falle einer Schwangerschaft,
wenn man an Hashimoto erkrankt ist ? Und wenn ja, welche ??
A: Nein. Wenn die Unterfunktion während der SS ausgeglichen wurde.
F2: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Hashimoto und einem Mangel
an Gelbkörperhormonen?
A: Ja. Progesteron stimuliert - genauso wie Östrogen - das Wachstum von
SD Follikelzellen, damit vermutlich auch eine vermehrte Synthese der Hormonproduktion;
es verstärkt somit die Wirkung des Hormonersatzes durch Stimulation der "Reserve".
Übersicht:
http://jcem.endojournals.org/cgi/reprint/88/10/4540
Ein verändertes Verhältnis von Östradiol/Progesteron (grenzwertig hohes Östradiol/erniedrigtes
Progesteron) begünstigt das Auftreten einer AIT (z. B. Situation postmenopausal,
PCO Syndrom)
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00005186/01/Schmalisch_Petra.pdf
F3: Was gibt es für Möglichkeiten gegen die Weißfleckenkrankheit?
Und stimmt es, wenn man sie hat, dass man ein erhöhtes Hautkrebsrisiko besitzt??
A: s. Frage Nr. 4 (1)
F4: Was kann ich noch tun außer gesunder Ernährung und Sport, um
gegen einen zu hohen Fettgehalt meines Körpers anzugehen und um meine Muskelmasse
zu erhalten?
A: Allgemeine Antwort; muss nicht (oder nicht alles) auf Ursel zutreffen:
7.
Heiderose:
Ich habe im vergangenen Jahr in Würzburg an der ACTH-Studie teilgenommen.
Damals wurden sehr viele Blutwerte gemacht, u. a. auch DHEA-S.
01.03.2006: DHEA-S 18,2 µg/dl (Normwerte: 70 - 310) ???
15.03.2006: DHEA-S 19,3 µg/dl (Normwerte: 26 - 200) ???
Der unterschiedliche Referenzbereich hat mich stutzig gemacht und ich habe
an die Uni Würzburg geschrieben. Folgende Antwort bekam ich:
"Zu Ihrer Frage wegen des Referenzbereichs beim DHEA-S: er ist korreliert
mit Alter und Geschlecht, so dass vielleicht Ihr Geburtstag dazwischen lag (habe
Ihr Datum hier zu Hause nicht im Kopf...) oder der Computer hat das falsche
Geschlecht erkannt. Sie müssen sich aber keine Sorgen machen!"
Meine HÄ verschrieb mir trotzdem mit einem grünen Rezept MELASAN Alterna
Phythovitalstoffe, 60 Kapseln a 580 mg!!!
Zutaten: Yamswurzel, Black Cohosh, Sojabohnenkonzentrat, Gelatine, Vitamin
E (natürliches 700 I.E./g), Füllstoff Maisstärke.
Ich sollte 1 Kapsel am Tag nehmen. Habe mir die Kapseln besorgen lassen von
der Apotheke, weil aus Österreich. Musste insgesamt ca. 25 € bezahlen.
1/2 Jahr lang nahm ich die Kapseln, dann nicht mehr, weil ich eigentlich
keine wesentliche Besserung meines Zustandes bemerkte und mir das auf Dauer
auch zu teuer wurde.
Meine beiden Fragen:
F1:Stimmt die Aussage meiner HÄ, die meinte: Die Werte wären eigentlich
meinem Alter (59 Jahre) entsprechend in Ordnung!!!
A: Nein. Die obigen Referenzbereiche für 1.3.2006 sind sicher nicht Altersklassenspezifisch:
bei 50 - 59 a findet man einen Wert von 310 nicht mehr. Werte über 200 findet
man nur bei jüngeren Menschen (unter 35a). der Referenzbereich vom 15.3. (26-200)
scheint schon altersbezogen: ein Wert von 19 ist danach eindeutig unterhalb
des untersten Referenzbereichs und eindeutig erniedrigt.
F2: Was halten die Referenten von der Yamswurzel?
A: Wir haben noch keine eigenen Erfahrungen damit. Einige Informationen
dazu:
http://f2.webmart.de/f.cfm?id=601862&sr=101&r=threadview&a=1&t=609857
8.
Eva:
F: Wie verhält sich der Blutzucker bei Unterfunktion/Überfunktion?
Ist der Blutzucker in der Unterfunktion eher niedrig oder eher höher? Das gleiche
bei Überfunktion?
A: Bei Überfunktion ist der Blutzucker höher, weil die Wirkung des Insulins
durch SD Hormon abgeschwächt wird; dadurch verbleibt (weil Insulin zur Aufnahme
des Zuckers in Körperzellen benötigt wird) mehr Zucker im Blut. Problematisch
ist dies aber nur dann, wenn dabei der Blutzucker über das normale Maß ansteigt,
so dass definitionsgemäß ein Diabetes besteht. Bei der Unterfunktion besteht
das Problem einer möglichen Unterzuckerung - aber nicht als Auslöser, sonder
wie bei der Überfunktion, als "Verstärker".
Beides ist eher selten; wichtiger ist die Insulinresistenz (ganz allgemein)
oder verstärkt durch zuviel SD-Hormon beim Thema "Gewichtszunahme".
9.
Zuvi:
F: Inwiefern beeinflussen sich mehrere AI-Erkrankungen gegenseitg?
Insbesondere interessiert mich, ob Hashi einen Einfluss auf rheumatische Erkrankungen
(Vaskulitis, Lupus) hat, oder nicht? (Wenn ja, welchen).Und natürlich auch umgekehrt.
A: Unbehandelte Unterfunktion bei AIT verschlechtert rheumatische Erkrankungen,
ist aber nicht Auslöser davon, und umgekehrt. Genauso verhält es sich bei Diabetes
Typ I (autoimmunbedingt) und Vitiligo (Weißfleckenkrankheit). Sie kommen gemeinsam
vor, wobei die Häufigkeit der AIT bei Diabetes Typ I und Vitiligo sehr hoch
ist.
Zu dem Thema: Hashimoto und andere Autoimmunerkrankungen gibt es einen Chat
im Hashimotoforum.
Zweckmäßigerweise sollten die Autoimmunerkrankungen in endokrine und nicht-endokrine
Immunopathien unterteilt werden:
Zu den endokrinen gehören: M. Basedow, AIT, Diabetes Typ I, M. Addison, Immun-Oophoritis,
Immun-Hypophysitis
Nicht endokrine Formen: Vitiligo, perniciöse Anämie, MS, Sjögren Syndrom
(Syn.: Sicca S.), Rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes, Immun Hepatitis,
Zöliakie, Thrombozytämia purpura
10.
Rosemarie:
F: Gibt es eine pflanzliche Alternative zu DHEA, zB "Yamswurzel?"
A: Die Yams- oder Jamswurzel (Dioscoria) wächst nach Der Brockhaus. In
10 Bänden: "... in den Tropen und den wärmeren Bereichen der gemäßigten Zone
... (und
ist eine) wichtige trop. Nutzpflanze, ... deren bis 20 kg schwere stärkereiche
Knollen (Yams, Jams) gekocht wie ... Kartoffeln verwendet werden."
Aus Yams und/oder Soja kann Diosgenin extrahiert wird; aus dieser Hormonvorstufe
können ihrerseits weiter bioidentische Hormone hergestellt werden.
Es besteht allerdings nicht unbedingt ein Bedarf an "natürlichem" DHEA, weil
es - genau wie andere Hormone auch - chemisch in bioidentischer Form hergestellt
werden kann. Da es auch aus biologischen Vorstufen, wie z. B. Yams hergestellt
werden kann, gilt es in den USA als natürliche, bioidentische Produkt, das keine
Zulassung durch die Gesundheitsbehörde benötigt.
http://www.niapublications.org/tipsheets/pills.asp
http://www.cfsan.fda.gov/~dms/ds-prod.html#dhea
Die Vorstufen (wie beim wilden Yam) einzunehmen, macht hingegen keinen Sinn,
da die Menschen nicht die entsprechenden Enzyme haben. Es ist sogar denkbar,
dass eher ungünstige Stoffwechselzwischen- oder Endprodukte entstehen.
11.
Silvia:
Ich bin ein Wechseljahrhashi, 58 Jahre. Leider finde ich kein dauerhaftes
Wohlbefinden.
Folgende Symptome verlassen mich nicht:
Medikamente:
Diagnosen:
Kardiologe hat Loch im Herzen festgestellt. Deswegen wurde die regelmäßige
Einnahme von Aspirin empfohlen. Einnahme erfolgt nicht.
Meine Werte aus Dezember 2006:
Symptome: siehe oben. Aufgrund der Werte reduzierte ich die Dosis dergestalt,
dass ich Sonntags nur 100 µg nehme.
In den letzten 4 Wochen haben sich die Symptome verstärkt. Deswegen wurden
neue Werte bestimmt. Diese liegen aber noch nicht vor.
Laut Auskunft meines Frauenarztes war im August 2006 mein Hormonspiegel sehr
schlecht.
Hier die Werte:
Darauf hin begann ich mit Utrogest und Estreva-Gel (Dosis siehe oben).
Im September (gut 4 Wochen später) wurde der Wert Estradiol neu bestimmt.
Er betrug 32,4 ng/l.
In der Folgezeit erfolgte keine weitere Wertbestimmung der weiblichen Hormone.
F1: Mich würde interessieren, ob die durch mich eingenommenen Medikamente/Hormonersatz
in einer Wechselwirkung zu den Schilddrüsenhormonen stehen. Wenn ja, in welcher
A: Generell gilt: je mehr weibliche Hormone desto Schilddrüsenhormon
ist erforderlich und umgekehrt.
F2: Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich ein besseres Befinden erreichen
kann. Im Übrigen möchte ich Utrogest und Estreva-Gel im Sommer absetzen. Meinen
Frauenarzt habe ich dieserhalb bereits angesprochen. Er möchte diese dann durch
ein Pflaster ersetzen.
A: Pflaster sind praktisch, da sie nicht täglich gewechselt werden müssen.
Es gibt jedoch keine Pflaster, die auch das natürliche Progesteron enthalten,
das liegt an der kurzen biologischen Halbwertszeit.
F3: Könnte ich den Hormonersatz auch durch Remifemin ersetzen?
A: Es gibt neuere Untersuchungen, die die Wirksamkeit des schon längere
Zeit etablierten Remifemins aufs Neue bestätigen. Neuerdings wird Remifemin
mit Johanniskraut kombiniert angeboten. Es kann bei Umstellung zu einem verzögerten
Wirkeintritt von ca. 12 Wochen kommen.
12.
Colli:
F: Laut meinem Nuk sind meine TPO AK unter der Grenze (9), kein Hinweis
auf die Immunaktivität, da jeder auch gesunde Mensch AKs haben kann.
Nun haben sich die, wenn auch niedrigen, AKS verdoppelt (innerhalb von 6
Monaten) ist doch ein Zeichen von Immungeschehen?
Nuk sagt, solche Schwankungen gibts auch bei Gesunden! (meine HT ist durch
Ultraschall, Szintigram nach langem Hin und Her wegen fehlender AKs als seronegativ
festgestellt worden).
A: So etwas gibt es. In unserer Praxis haben wir einige Patienten mit
der gleichen Konstellation. Konsequenzen hat das dann, wenn eine Unterfunktion
der SD beginnt; dann wird ein Ausgleich mit SD Hormon in Tablettenform vorgenommen,
egal ob AKs da sind oder nicht.
PS: Frage wird häufig gestellt; wichtig in diesem Zusammenhang ist die Definition, wann eine Unterfunktion "laborchemisch" beginnt; ist die Grenze des TSH niedrig, werden viele mögliche Patienten im frühen Verlauf Hormon bekommen, ist die Grenze hoch, ist es umgekehrt.
13.
Sigrit:
Erwachsener Mann:
F1: Sind kühle Knoten = kalte Knoten?
A: Ja
F2: Wenn es kühle Knoten gibt, in welche Richtung können die
gehen - kalt oder heiß?
A: Kalt
F3: Wenn bei HT mit Kropf die SD nach hinten wächst und Speiseröhre
verengt ist dadurch, ist dann OP das einzig richtige?
A: Hängt von Beschwerden ab. Solange keine lokalen Beschwerden/Beeinträchtigen
vorhanden sind, braucht keine OP durchgeführt werden.
F4: Welche Alternativen gibt es ohne Jodzugabe und ohne OP die SD zu verkleinern,
wenn LT keine Entlastung/Reduzierung bringt?
A: Wofür steht Abkürzung "LT"? - L-Thyroxin? Verkleinerung ist auch durch
Radiojodtherapie möglich.
F5: Welche Ursachen gibt es noch für Kropf, außer Jodmangel, der
definitiv nicht vorliegt?
A: Einige Medikamente; das spielt aber nahezu keine Rolle.
Mit dem Kropf und dem (früheren) Jodmangel gibt es häufig Verwirrung: in Deutschland hat es einen Jodmangel gegeben; seit etwa Mitte der 1990er Jahre ist dieser rückläufig. Dennoch sind alle Erwachsenen, die vor, sagen wir 1995, geboren wurden, diesem Jodmangel ausgesetzt gewesen. Bei einer Lebenserwartung von ca. 80 Jahren (Frauen), sind die durchschnittlich ältesten "Jodmangelmenschen" etwa 1927 geboren (wohlgemerkt Durchschnitt: es leben noch sehr viele, noch früher geborene Menschen; viele später Geborene sind natürlich auch schon tot). Von 1927 bis Mitte der 1990er Jahre sind knapp 70 Jahre vergangen; es gibt daher noch eine große Zahl von Menschen, die im Jodmangel gelebt und einen Kropf entwickelt haben. Also: Beseitigung des Jodmangels und Kropf widersprechen sich nicht.
F6: Welche Ursache kann zuviel und nicht angefuttertes Bauchfett
haben? Was sollte dann unbedingt untersucht werden?
A: Frage nach Ursachen lässt sich nur allgemein beantworten:
genetisch, Ausmaß der geistigen Aktivität (verbunden mit intellektuellem
Verständnis der Zusammenhänge und Ursachen und der Fähigkeit zur Entwicklung
von Änderungsstrategien), hormonell, soziokulturell entwickelte Ernährungsgewohnheiten,
Ausmaß der Kalorienzufuhr (scheidet wohl bei Sigrit aus), Stresseinfluss und
-bewältigung, Ausmaß der körperlichen Aktivität.
Bis auf 1 lässt sich an allen Faktoren etwas ändern.
Erwachsene Frau:
F1: Trotz relativer guter Einstellung und gutem Wohlfühlbereich,
sehr gutem Essverhalten und Sport, regt sich nichts am Gewicht, warum nicht,
Mehrgewicht wurde durch Schub 2005 ausgelöst, hat sich aber im Vergleich zu
vorherigen Schüben, danach nicht wieder zurück entwickelt?
A: s. Frage 13 (6)
F2: Kann das Mehrgewicht durch Schub und erhöhter Hormonausschüttung,
erhöhte Werte zustande kommen?
A: s. Frage 8. SD-Hormon kann die Insulinresistenz beeinflussen, und
darüber auch das Gewicht.
F3: Können Wohlfühlwerte und Werte die zur Gewichtsabnahme führen
unterschiedlich sein?
A: Ja.
F4: Kann es sein, dass die ausgeschütteten Hormone durch Schub, schlechte
Hormone sind, die ÜF- und UF Symptome auslösen und Mehrgewicht verursachen?
A: Interessante Überlegung. Vielleicht "schlecht" eher im Sinne von "zum
falschen Zeitpunkt".
F5: Können also zu hohe SD-Hormonwerte auch Übergewicht verursachen?
A: Ja
F6: Was sollte in dem Fall untersucht werden?
A: Insulinresistenz
F7: Welche Nebenwirkungen hat DHEA?
A: Wenn (v. a. D. bei Frauen) richtig dosiert: keine
Sohn/Kind 5 J:
F1: Zusammenhang Epilepsie und HT, durch Lixin seit 1 Jahr keinen Epi-Anfall
mehr?
A: Es scheint eher umgekehrt zu sein.
http://www.springerlink.com/content/wj4t23u345458774/
"Zusammenfassung
Klinische Evidenz belegt, dass endogene (Hyperthyreose) aber auch exogene
Thyroxinintoxikationen anfallsauslösend oder -verstärkend wirken. Letzteres
wurde vor allem bei der juvenilen myoklonischen Epilepsie berichtet. Umgekehrt
gibt es Hinweise, dass die Inzidenz von Fieberkrämpfen bei Hypothyreose vermindert
ist. Die Hashimoto-Enzephalopathie ist eine mit der gleichnamigen Autoimmunthyreoiditis
assoziierte akute wiederkehrende steroid-responsive, z.T. spontan remittierende
Enzephalopathie, bei der epileptische Anfälle (in 50-60%), Verwirrtheit, Psychose,
Störungen der Vigilanz und Myoklonien beschrieben sind. Beim meist iatrogenen
seltener idopathischen Hypoparathyreoidismus können neben der meist bald nach
der Operation symptomatischen Tetanie in 25-30% der Fälle, oft mit deutlich
längerer Latenz, auch epileptische Anfälle auftreten."
F2: Was ist zu tun bei Junge 5 J. mit HT und Epilepsie-Symptomatik (ganze
Bandbreite der verschiedensten Epi-Formen) zu den unterschiedlichsten Zeiten
und tägl. abendl. Einschlafmyoklonien mit selbstreduzierenden Einkrampfungen,
der dringend mehr Lixin benötigt, aufgrund der wiederkehrenden SD-Symptomatik
(innerh. 1 J. nur auf 3 Tr. konstant Steigerung möglich), jede weitere Steigerung
aber die abendl. Myoklonien wieder verstärkt?
A: Wichtiger scheint wohl im Rahmen der Epi. die Vermeidung von abendlichen
Myoklonien. Also Lixin-Liquid Dosis eher langsam steigern.
F3: Welche Differenzialdiagnostik noch sinnvoll, wenn alle bisherigen
Untersuchungen (EEG, Langzeit EEG, MRT, Hirnwasser etc.) keinen organischen
Nachweis gebracht haben?
A: Untersuchung, ob im Liquor (Hirnwasser) SD AK nachweisbar.
F4 Zusammenhang Epilepsie, HT und HT-Enzephalopathie?
A: s. Sohn/Kind: 1)
F5: HT Enzephalopathie, welche Differenzialdiagnostik bei welchen
Symptomen, Werten?
A: s. http://www.kup.at/kup/pdf/1318.pdf
F6: Steht die HT und Epi in Zusammenhang mit fehlenden Vitaminen?
A: Nein.
Kinder:
F1: Wie viel Selen ist für Kinder möglich ohne Nebenwirkungen (z.
Zt. 50 mg - Kind 5 J.)
A: 100 µg (nicht mg) einer Natriumselenitverbindung, z. B. Selenase.
F2: Obwohl die HT und AI's bei Kindern im Vormarsch sind, auch durch
die Jodierung von Lebensmitteln, warum sind die Kinderärzte nicht aufgeklärt,
warum werden die meisten Kinder (mir bekannt) durchweg falsch oder gar nicht
behandelt, obwohl auch Genetik durch Eltern belastet ist?
A: Unbekannt
F3: Wann sollte eine Kinder-SD mit LT entlastet werden, auch wenn noch keine
AK's nachweisbar und SD offensichtlich noch euthyreote Stoffwechsellage?
A: Ab TSH von 2.
F4: Besteht bei rechtzeitig und präventiv behandelten Kindern eine
gute Chance, das die LT-Gabe nur vorübergehend ist, wie lange sollte die präventive
LT-Gabe beibehalten werden, Jahre?
A: Chance: I. d. R. nein; wie lange: meist lebenslang.
F5: Senkt zuviel Zink den Eisen/Ferritinspiegel?
A: Be >50 mg Zink pro Tag kommt es zu Kupferresorptionsstörung, die dann
eine Eisenrefraktäre Anämie auslösen. Bei hoch dosierter Zinkgabe muss Kupfer
laborchemisch bestimmt werden. Zink/Kupfer Verhältnis muss 10:1 sein.
F6: Warum werden Ärzte belangt, weil sie Kombi-Medikamente und Armour
verschreiben?
A: Geht vermutlich auf eine gewisse Frau Jana M. Vydra zurück, die behauptet,
sie sei mit SD Hormon "gefoltert" worden.
Wer mehr wissen will: hier steht dazu alles:
http://thyroid.gq.nu/veroef-inhalt.html
Vor etwa 10 Jahren hat sie auch unserer Praxis eine Klage angedroht, weil
wir Kombipräparate (die sie für "verbrecherisch" hält) verordnen.
14.
Nicole:
F: Ich habe seit Anfang letzten Jahres Probleme. Muskelschmerzen,
Müdigkeit, Gewichtszunahme etc. Seit Dezember habe ich die Diagnose Hashimoto
und hoffe bei dem Seminar mehr über meine Krankheit zu erfahren. 1) Ich habe
eine Frage zum Sport: Kann ich meine Kondition/Ausdauer/Leistungsfähigkeit wieder
so erreichen wie vor meiner krankheitsbedingten Pause (4-5 Monate)?
A: Hängt ein bisschen vom Lebensalter ab. Je jünger, desto wahrscheinlicher.
15.
Elfi:
F1: Viele Patienten mit Hashimoto haben einen sehr niedrigen oder supprimierten
TSH. Aber nicht jeder HT'ler nimmt zu viel Hormon.
Ist ein TRH-Test bei Hashimoto aussagefähig und sinnvoll und kann er eine
Hyperthyreose bestätigen/ausschließen?
A: TRH -Test ist vergleichbar mit einer "Lupe": er ermöglicht eine frühere
Diagnose als der TSH Basalwert alleine.
F2: Beispiel: TSH-0-RIA ist 0,3 mU/l. Der TRH-Test ergibt einen TSH-30-RIA
von 2,0 mU/l. (Norm über 2,5) Das Ergebnis wird als beginnende Überfunktion
gewertet. Korrekt?
A: Ja.
F3: Was können HT'ler mit Augenbeschwerden (Reizungen wie Rötungen,
Brennen und müde Augen) ohne nachweisbare TRAK (Sicca-Syndrom, Fehlsichtigkeit und Allergien
als Ursache sind bereits ausgeschlossen) gegen ihre Beschwerden machen? Und
was kann die Ursache sein (andere Antikörper)?
A: Ursache ist höchstwahrscheinlich "Sicca Syndrom". Dafür gibt es keine
Laborparameter (TRAK hat mit Sicca nichts zu tun), sondern nur die Klinik, die
in Ihrem Fall dafür spricht. Behandlung ist (fast) rein symptomatisch:
16.
Esther:
F: Schwangerschaft & JOD bzw. SELEN: Ärzte sind bei schwangeren Hashimoto-Patienten
für 100µg Jod und 100 (max.150µg) Selen. Von 200µg Selen wird abgeraten. Ist
dies so richtig oder gibt es andere Empfehlungen, ob und wie viel Schwangere
mit Autoimmunerkrankungen der SD von diesen Spurenelementen täglich zusetzen
sollten?
A: Selen während Schwangerschaft wird nur empfohlen, wenn eine Autoimmun-Thyreoiditis
vorliegt. 200 µg ist die "Standarddosis" bei Erwachsenen, auch bei Schwangeren.
17.
Karin:
Ich habe im Netz unter www.schilddruese.net folgenden Artikel gefunden: (Quelle: Diabetes Obesity and Metabolism 2005; Online Early 29. März 2005)
"Geringerer Energieverbrauch bei Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion
KÖLN (MedCon) - Eine häufige, von Betroffenen gefürchtete Nebenwirkung einer
Therapie der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist die Gewichtszunahme.
Dänische Wissenschaftler unter der Leitung von R. Jacobsen von der Universität
Fredericsberg haben nun die Ursache dafür entdeckt.
In ihrer Studie zeigten betroffene Patienten einen verminderten Energieverbrauch
vor allem in der Nacht. Damit nicht genug: Auch die körperliche Aktivität der
untersuchten Patienten sank während der thyreostatischen Behandlung, berichten
sie. Die Wissenschaftler ermittelten bei acht hyperthyreoten Patienten vor bzw.
ein Jahr nach Behandlungsbeginn den Energieverbrauch innerhalb von 24 Stunden,
die Körperzusammensetzung sowie die spontane körperliche Aktivität. Acht Personen
mit normaler Schilddrüsenfunktion dienten als Kontrollgruppe. Bei der Nachuntersuchung
ein Jahr nach Therapiebeginn hatten sich die TSH-Spiegel der Patienten normalisiert
und die Werte der Schilddrüsenhormone befanden sich im unteren Referenzbereich.
Doch die Körperfettmasse war im Schnitt um 3,5 kg deutlich angestiegen. Vor
der Therapie lag der Energieverbrauch bei den hyperthyreoten Patienten um 15
Prozent höher als bei den Kontrollen, wurde unter Behandlung um 1,9 MJ/Tag klar
gesenkt und erreichte nach einem Jahr ähnliche Werte wie in der Kontrollgruppe.
In weiteren Analysen zeigte sich u. a. die durch den Arzt verursachte (iatrogene)
Hormonsuppression dafür verantwortlich, die zu einem niedrigeren Energieverbrauch
während des Schlafes führte."
F: Genauso war es bei mir, auch meine Körperfettmasse ist deutlich
angestiegen und auf diesem hohen Niveau geblieben. Was kann getan werden um
den Energieverbrauch wieder zu steigern (Sport mache ich täglich, jedoch tut
sich nichts am Gewicht und an den Speckrollen), das geht nun aus diesem Artikel
nicht hervor, ich habe es zumindest nicht gefunden.
A: Das ist keine seltene Beobachtung. Wir haben das mit dem erhöhten
Energieverbrauch während der unbehandelten Phase der Überfunktion erklärt.
18.
Rikkie:
F1: Gibt es neue Informationen über T3 in Retardform in Deutschland? (Link
zu Versuchsreihe in USA:
http://www.nrpharma.com/products/NRP409.htm)
A: Nein.
F2: Hashimoto Enzephalopathie - wie häufig kommt es vor? Gibt es spezialisierte
Behandlungszentren in Deutschland?
A:
http://www.kit-online.org/Hashimoto-Enzephalopathie
19.
Ella:
F: Welche Rückschlüsse kann man ziehen, wenn bei einer Cortisongabe
(nicht wegen SD-Problemen), das Befinden sich schlagartig verbessert und eine
"Normalität wie vor der Hashimoto-Erkrankung" eintrifft? Dieser Zustand sich
jedoch wieder verflüchtig sobald das Cortison abgesetzt wird.
A: Cortison wirkt antientzündlich, verbessert die SD Hormonwirkung, und
"putscht auf" - in höheren Dosen.
20.
Susanne:
F1: Warum gibt es so wenig Ärzte, die sich mit Kindern auskennen,
die ein SD-Problem haben? (Konkret, der NUK hier in Bamberg verschreibt meinen
Kindern Jodetten!)
A: Unbekannt
F2: Warum trauen sich die Ärzte nicht früher einzuschreiten (bei
Kindern) und denen frühzeitig SD-Medis zu geben. Und warum ist es so einfach
ein Ritalin-Präparat zu bekommen, wenn's gut sein kann das die Kinder HT "geerbt"
haben?
A: Ritalin Thema ist bei den meisten Kinderärzten vertraut. Leicht ist
es allerdings nicht zu kriegen, da ein BTM Rezept dafür notwendig ist.
F3: Wann ist es sinnvoll bei Kindern mit einer SD-Therapie zu beginnen?
Die Normwerte folgen bitte welcher Norm, wenn es die gleichen für ein 4-jähriges
Kind und einem 10jährigen Kind gibt?
A: Ab TSH 2, wenn Symptome da sind, die zur Unterfunktion passen.
F4: Wie kann es sein das der Normwert TSH von 0.4-2.50 bei einem
Erwachsenen liegt, bei allen Kindern jedoch bei 0.3-4.0 ?
A: Referenzbereich hängt vom Testsystem und der Akzeptanz eines niedrigeren
oberen Normwerts ab.
F5: Wie kann es sein das ein Sonogramm auffällig ist, die Werte jedoch
nicht?
A. Bei AIT gibt es alle möglichen Konstellationen:
"Klassisch": Sono echorm, AK pos., TSH erhöht
Neben klassisch: von den 3 Kategorien können entweder eins oder auch zwei
als Normalbefund in Kombination mit dem dritten vorkommen
F6: Noch eine Frage wg. Übergewicht. Kann man was tun um in der UF
erworbenes Übergewicht wieder los zu werden? Darf man einfach so Metformin
nehmen?
Könnte das Übergewicht nicht nur an einer UF sondern vielleicht auch wegen
gestörter Sexualhormone zustande kommen? Sollte man generell nicht die Sexualhormone
testen lassen, wenn es da einen Zusammenhang geben könnte?
Die Frauen, die PCO haben und die ich kenne sind alle dick.....Zufall?
A: Frauen mit PCO haben (fast) immer eine Insulinresistenz. Wenn diese
nachgewiesen ist , ist Metformin auf jeden Fall gerechtfertigt. Man kann bei
Gewichtsproblemen Metformin auch ohne den entsprechenden Nachweis geben. Voraussetzung:
Nierenfunktion (Kreatinin) ist in Ordnung und es wird vertragen.
21.
Ester:
Hashimoto & Schwangerschaft
F1: Sollte man in der Schwangerschaft Jod zuführen, wenn ja, wie
viel? Und gibt es Unterschiede, wenn die TPO-AK erhöht sind, bzw. wie sollte
man es dann handhaben?
A: 100 µg ab der 10. SSW unabhängig von AK Höhe.
F2: Falls Jod genommen werden muss, ist dies bis zum Ende der Schwangerschaft,
gar Stillzeit notwendig?
A: Ja. Wird so empfohlen.
22.
Dragana:
F1: Was passiert oder was kann passieren wenn man in der SS MB entwickelt
und vom Facharzt (also Gyn) nicht behandelt wird?
A: MB in der SS sollte auf alle Fälle ärztlich überwacht werden, auch ggfalls mit Thyreostatika behandelt werden, egal von welcher Fachrichtung. Der
Arzt muss sich natürlich damit auskennen.
F2: Des Weiteren, was geschieht mit dem Neugeborenen, wenn MB bei
der Mutter bekannt ist, und beim Säugling nicht kontrolliert wird?
A: Beim Neugeborenen wird routinemäßig TSH bestimmt, so dass eine evtl.
sog. neonatale Überfunktion erkannt wird. Diese beruht darauf, dass während
der SS TRAK auf das Kind übertreten. Das Krankheitsbild ist selten, ca. 2%.
F3: Wohin kann es führen, wenn die Ärzte (Kinderarzt) den Säugling
nicht speziell untersuchen (SD-BE usw.)........kann das Herzrasen und somit
zum Herzstillstand beim Säugling führen? Evtl. durch Antikörper, die die
Mutter über die Plazenta dem Baby übergibt?
A: Der Gynäkologe kann durch Ultraschall die Herzfrequenz des Kindes
messen.
23.
Philipp:
F: Halten Sie das übliche Vorgehen, dass bei der Erst- bzw. Screeninguntersuchung
der Schilddrüse zunächst nur das TSH bestimmt wird, und erst bei TSH-Werten
außerhalb des Normbereichs fT4 und fT3 nach bestimmt werden, für sinnvoll, oder
sollte gleich bei der ersten Untersuchung TSH zusammen mit den freien Werten
bestimmt werden?
A: Die "offizielle" Empfehlung der Gesellschaft für Innere Medizin lautet
so. Es ist eine Empfehlung, kein "Befehl".
24.
Esther F.:
Hashimoto & Kinder:
F1: Wie kann man (=Eltern wie auch Mediziner) das ADHS-Syndrom von den
Symptomen einer schleichend beginnenden Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankung bei
kleineren Kindern trennen?
A: Unsere Praxis hat mit ADHS keine eigenen Erfahrungen. Nach allem,
was über ADHS zu lesen ist, scheint es doch - bei voller Ausprägung - recht
typisch und von einer Unterfunktion unterscheidbar zu sein. Bei der Unterfunktion
ist bei Schulkindern häufig Müdigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis nach der Schule,
aber auch Einschlafstörungen zu beobachten. Die Symptome der Unterfunktion können
zudem aktiv kompensiert werden (über einen gewissen Zeitraum), während die ADHS
wohl von den Betroffenen nur sehr schlecht kompensiert werden kann.
F2: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beides zusammen vorliegt
bzw. dass eine unentdeckte Hashimoto-Thyreoiditis das ADHS-Syndrom mit sich
bringt
A: ADHS ist bei Jungen 5-6 mal häufiger; die Prävalenz (Anzahl Erkrankter
in einer Population) liegt bei 3 - 5 %.
Bei der AIT ist es genau umgekehrt: Sie kommt beim weiblichen Geschlecht
um den Faktor 10 - 15 mal häufiger vor; die Prävalenz von Schulkindern ist nicht
bekannt. Sie dürfte aber um einiges niedriger sein als nach der Pubertät. Bei
erwachsenen Frauen liegt die Prävalenz von SD AK bei ca. 10%
Daher dürfte ein gemeinsames Auftreten einer AIT und eines ADHS bei Jungen
etwas seltenes sein; bei Mädchen hingegen wahrscheinlich etwas häufiger.
Es ist jedoch in jedem Fall ratsam, durch eine Laboruntersuchung eine Schilddrüsenfehlfunktion
auszuschließen.
Hashimoto und Eisen
F1: Ist es möglich, dass zusätzliche Eiseneinnahme (z.B. ferro sanaol ) den
Ferritinwert ansteigen läßt UND GLEICHZEITIG den autoimmunen Entzündungsprozeß
vorantreibt?
A: s. Frage 13 (Kinder, 1). Vielleicht zuviel Zink? Kupferwert bestimmen
lassen.
Dass nur durch Ferritinanstieg eine AIT getriggert wird ist nicht bekannt.
F2: Gibt es Erklärungen dafür, wieso bei Hashimoto-Patienten häufig auch
ein niedriger Eisenwert (Anämie) vorliegt?
A: Resorptionsstörungen (bei gleichzeitiger Zöliakie) und verminderte
Erythrozytenproduktion durch Unterfunktion. Auch durch verminderte B12 Aufnahme
kann Anämie auftreten.
F3: Wie sollte man diesen Eisenmangel bestenfalls ausgleichen, ohne die Thyreoiditis
weiter voran zu treiben?
A:Unsere Praxis verordnet seit einiger Zeit neben Ferrosanol Duodenal
auch Floradix Kräuterblut Eisen.
F4: Gibt es grundsätzlich Aussagen zu Nährstoffmangel (=Zink, B-Vitaminen,
Magnesium z.B.) in Bezug zur Hashimoto-Thyreoiditis?
A: wir empfehlen regelmäßig Selen und - bei Mangel: B12, Eisen, Zink.
Das sind die häufigsten Mängel, nach unseren Erfahrungen.
Hashimoto bei (Klein-) Kindern (bis Beginn Schulalter):
F5: Wie erkennt man deutlich eine Hashimoto-Thyreoiditis oder aber auch nur
dessen schleichenden Beginn bei kleineren Kindern?
A: Nach unseren Erfahrungen sind Schlafstörungen ein Anfangsindiz. Wachstumsverlangsamung
und/oder Gewichtszunahme sind eher bei schon längerer Krankheit vorhanden. Es
gibt jedoch nur wenige eigene Erfahrungen.
F6: Ist die Häufigkeit einer ADHS-Symptomatik gegeben bzw. eher wahrscheinlicher
als die Anzeichen der typischen Unterfunktion(wie sie dann bei Erwachsenen vorkommt)?
Kann man dem gegensteuern (wenn noch keine SD-Veränderung stattgefunden hat)
und wenn ja, wann und wie?
A: Häufigkeit und Geschlechtsverteilung: s. Frage 24 (2)
F7: Und wo liegen hier die aktuellen Normbereiche der Werte (TSH, fT4&3)
wie auch bei der Sonografie (Volumen der SD)?
A: Aktuelle Normwerte unserer Praxis:
F8: Was kann man ergänzend zur LT-Gabe bei Kindern tun, um eine ganz normale
physische wie auch psychische Entwicklung zu unterstützen?
A: Selen, kein extra Jod.
F9: Kann man heutzutage mittels Genuntersuchung eine Disposition zu Hashimoto-Thyreoiditis
schon feststellen?
A: Nein. Man kann eine allgemeine Disposition für Autoimmunerkrankungen
durch eine Untersuchung der am Immungeschehen beteiligten Zellen (T-Zellen)
und auch bestimmten Genabschnitten nachweisen.
F10: Ist Hashimoto-Thyreoiditis ein genetischer Defekt (bzw. Genmutation),
bzw. gehen Vermutungen in diese Richtung?
A: Es scheint mit dem X Chromosom zu tun zu haben, was auch die "Bevorzugung"
des weiblichen Geschlechts mit erklären dürfte:
"Men are simple creatures. They have one X chromosome and one Y chromosome
with often distinct functions and controls. Women are more complex in that they
have two similar X chromosomes, resulting in a double dose of often similar
genes among the 1098 genes coded for on the X chromosome."
So beginnt ein Editorial
von Terry F. Davies in der Zeitschrift Clinical Endocrinology and Metabolism.
http://jcem.endojournals.org/cgi/content/full/90/11/6332
"Männer sind schlichte Geschöpfe. Sie haben ein X und ein Y Chromosom mit
klar getrennten Aufgaben und Kontrollen.
Frauen hingegen sind komplizierter, in dem sie 2 gleichartige X Chromosomen
haben; dies bedeutet eine doppelten "Dosis" von oft ähnlichen Genen unter den
1098 Genen, die für das X Chromosom kodieren."
25.
Ellen:
F: Als Fragestellung interessiert mich besonders das Thema SD und
innere Unruhe bzw. kann die Gabe von L-T3 sich positiv auf die Psyche auswirken.
A: Eher nicht
26.
Sandra:
F: In wieweit greifen die AK in den Gehirnstoffwechsel ein bzw. ihn
beeinflussen?
A:
http://www.kit-online.org/Hashimoto-Enzephalopathie
27.
Heidi:
F: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem ersten Auftreten von MB
und der Menopause bzw. den sogenannten Vor-Wechseljahren? Die Symptome bei MB
sind den Wechseljahrsbeschwerden ja sehr ähnlich - inwieweit spielen hormonelle
Veränderungen bei dieser Krankheit eine Rolle? Ist davon auszugehen, dass man
mit einer Entfernung der SD möglichst warten sollte bis nach der Menopause,
da sich dann die Hormone stabilisieren?
A: Nein.
Nach der Menopause ist der Östrogenwert im Blut niedriger und damit auch
die Bindungseiweiße, auch die für SD-Hormon. Daher wird die Wirkung der SD Hormone
noch verstärkt,
28.
Konrad:
F1: Bei Morbus Basedow während der Thyreostatikatherapie (Carbimazol, Thiamazol)
stellt sich mir die Frage, wie maßgeblich das TSH zu bewerten ist und ob es
tatsächlich zu einer kompensatorischen Unterfunktion (fT3 hoch, erhöht fT4 niedrig
etc.) kommen kann? Hat das TSH hier eine maßgebliche Aussagekraft bzw. wie kann
die Wirkung TSH unter der Therapie bewertet werden?
A: Das TSH bleibt oft monatelang supprimiert, auch wenn fT3 und fT4 sich
unter der Thyreostase normalisieren. Es hat insofern eine wichtige Bedeutung,
in dem es anzeigt (wenn es messbar wird), ob und dass ein Auslassversuch nach
einem Jahr überhaupt möglich ist.
F2: Bei einer Umstellung auf Propycil, welches gegen T3 wirkt, erholt
sich T3 und T4. Warum? Hat das TSH hier eine maßgebliche Aussagekraft bzw. wie
kann die Wirkung TSH unter der Therapie bewertet werden?
A: Es sind wahrscheinlich hier Betablocker gemeint, die die Konversion
von T4 zu T3 beeinflussen. Bez. TSH: s. vorherige Frage.
F3: Nach RJT, Rest-SD 1ml: Therapie LT 100. Warum ergeben sich am Abend
ca. 18:00 Uhr erhöhte fT4-, und fT3 -Werte (Einnahme am Morgen ca. 6:00 Uhr)
Woran liegt das? ( Das Befinden war an den Tag sehr schlecht, daher Blutentnahme
am Abend durch den Endokrinologen)
A: Vermutung: Dosis zu hoch.
(C) 2007 Prof. Hotze