8. Arzt-Patientenseminar

Themen:

Ort:
Crowne Plaza Hotel - Wiesbaden Bahnhofstraße 10 -12 65185 Wiesbaden

Datum:
21.04.2007

Anwesende:
Es hat bislang ca. 100 Anmeldungen gegeben

Referenten:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. L.-A. Hotze
Dr. med. F. Sojitrawalla
Dr. med. Chantal A. Werner

Koordination der Teilnehmer des Forums, Sammlung der Fragen und Vorbereitung des Seminars:
Herr Michael d'Angelo, Bopfingen

Lokale Koordination:
Frau B. Behrens-Schäfer, Wiesbaden

Unterstützung für Tagungsraum, Verpflegung und Getränke:
Sanofi-Aventis, Berlin

Protokoll der Fragen und Antworten während des Seminars:
Frau Dr. C. A. Werner

Text:
Frau Dr. Werner
Prof. Hotze

Fragen sind mit dem vorangestellten Kürzel "F:", Antworten mit "A:" gekennzeichnet.

1.
Andrea:

F1: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Schilddrüse und dem Glukosestoff­wechsel? Können z.B. in SD-Unterfunktion vermehrt auch Hypoglykämien auftreten, die dann bei guter Einstellung wieder verschwinden?
A: Ja. Unterfunktion kann als Auslöser zu einer Hypoglykämie beitragen. Wir haben das in unserer Praxis jedoch noch nicht gesehen.
Recht häufig dagegen ist die umgekehrte Situation. Ein bestehender Diabetes verschlechtert sich bei zuviel SD Hormon, oder der Insulinbedarf bei Insulinpflicht steigt.

F2:Kann eine Fehlregulation der Hypophyse selektiv das Wachstumshormon betreffen, oder sind immer mehrere untergeordnete Drüsen betroffen?
A: Ja: Bei Kindern mit Kleinwuchs.
Bei Erwachsenen hingegen kommt es bei hormonell inaktiven Hypophysen Adenomen (Mikro- oder Makro) fast immer zu kombinierten Steuerungshormonminderungen.
Eine isolierte Erhöhung des Wachstumshormons gibt es beim Erwachsenen unter der Bezeichnung Akromegalie. Hier ist die Ursache in den allermeisten Fällen ein gutartiger hormonaktiver Tumor.

2.
Ben:

F: Dass ich bei T4 von der Einnahme bis zur nächsten BE 24 Stunden warten soll ist mir klar; mich würde interessieren wie sich das bei T3 verhält. T3 hat ja bekanntlich eine Halbwertszeit von 8-9 Stunden (im Gegensatz zu T4 mit 8 bis 9 Tagen) und bei einer Differenz zwischen Einnahme und BE wären quasi 3 Halbwertszeiten ver­gangen, so dass nach meiner Überlegung der Wert nicht mehr so gut zur Be­urteilung des Hormonstatus herangezogen werden kann.
Inwiefern ist also der fT3 Wert im Falle einer T3 Einnahme und 24 Std Pause zur BE aussagekräftig?
A: Die HWZ von T3 beträgt ca. 19 Stunden.
Es gibt nur ganz wenige Patienten, die reines T3 einnehmen.
Außerdem wird T3 durch Abspaltung eines Jodatoms ständig aus vorhandenem T4 gebildet.
Wenn allerdings L-T3 alleine eingenommen wird, geht - wenn die SD noch vorhanden ist - die Produktion von T4 durch die SD zurück; Folge ist ein erniedrigter FT4 Wert.

3.
Monika:

F1: Kinderwunsch trotz MB?
A: OP Empfehlung vor einer geplanten SS, wenn:

F2: Mögliche Komplikationen bei der Familienplanung (Frau: MB, Mann: Diabetes Typ 1)?
A: Bei den Autoimmunerkrankungen der Eltern besteht auch für den Nachwuchs ein höheres Risiko für das Entstehen einer Autoimmunerkrankung.

4.
Ursula:

F1: Gibt es neue Erkenntnisse zur Behandlung der Weißfleckenkrankheit bzw. das Fortschreiten zu verringern?
A: Nicht bekannt. Unsere Praxis kann bei Bedarf Anschrift eines Experten für diese Erkrankung benennen.

F2: Erhöhter Fettgehalt im Körper, verminderter Muskelaufbau trotz intensivem Muskelaufbautrainings: Welche Möglichkeiten bestehen, einen evtl. erhöhten Fettgehalt zu reduzieren bzw. erfolgreich und langfristig Muskeln auf zu bauen?
A: Frage ist zu allgemein.
Kommt auf die Ursache an, z. B. Mangel an männlichen Sexualhormon oder hGH Mangel.

F3: Trotz (angeblich) ausreichender Medikation und ausreichendem Schlaf habe ich morgens Ränder unter den Augen und fühle mich völlig zerschlagen. Wie kann ich dies beheben? Wo soll ich die Ursache suchen?
A: Frage ist zu allgemein. "Angeblich" kann nur anhand konkreter Laborwerte geklärt werden, "ausreichende Medikation" bezieht sich worauf? Nur SD Hormon oder auch andere Medikamente?

5.
Helga:

F1: Womit, außer dem Nachweis von Antikörpern, lässt sich eine Hashimoto-Thyreoiditis verifizieren?
A: Sonografie - Echoarmut und/oder vermehrte Durchblutung. "Verifizierung" gilt allerdings nur bei gleichzeitig bestehender Unterfunktion.

F2: Ab wann "darf" ein Arzt bei einer unsicheren Diagnose auf Hashimoto-Thyreoiditis Hormone geben? (Lässt sich durch frühzeitige Hormongabe der Wust an Beschwerden nicht viel eher verhindern - und damit die "Schwerstformen" der Erkrankung, mit denen sich einige hier herumschlagen?)"
A: Grundsätzlich "darf" ein Arzt "alles", wenn er es medizinisch für gerechtfertigt hält. Eine Therapie mit SD Hormon ist auf jeden Fall gerechtfertigt, wenn in der Blutuntersuchung Hinweise für eine beginnende Unterfunktion vorliegen und gleichzeitig zu einer Unterfunktion "passende" klinische Symptome vorhanden sind.

6.
Sabine:

F1: Steuert der TSH sowohl die Bildung von T3 wie auch T4?
A: Ja.

F2: Welches Mengenverhältnis besteht hinsichtlich der Hormonproduktion zwischen TSH-gesteuerten und nicht TSH-gesteuerten Zellen?
A: Ohne TSH-Stimulation sinkt die Produktion auf ca. 60% (muss ich noch im Henning Buch checken)

F3: Welche Hormone werden in den autonomen Zellen - ggf. in welchen Mengenverhältnis - produziert?
A: In den allermeisten Fällen: Beide. Mengenverhältnis bleibt gleich (ca. 10:1, mit individueller Abweichung). Selten gibt es so genannte "T3-Hyperthyreosen". Hier überwiegt die T3 Produktion, T4 bleibt normal.

F4: Welche SD-Zellen (autonome oder nicht autonome, T4- oder T3-produzierende) werden vorwiegend zerstört oder geschädigt? Oder ist die Zerstörung nicht vorhersehbar / individuell unterschiedlich?
A: Wodurch zerstört? Wenn RJT gemeint: Zerstörungsgrad richtet sich nach der Menge der Jodaufnahme in die einzelne Zelle. Da diese bei autonomen Zellen in der Regel höher ist, führt RJT überwiegend zu deren Zerstörung. Je größer der Unterschied in der Jodaufnahme zwischen "autonom" und "gesund", desto selektiver die Zerstörung von "autonom".
"Zerstörung" bei AIT: der Autoimmunprozess kann auch zur Verkleinerung von autonomen Zellen führen. Ausmaß ist - wie bei Nicht-Vorhandensein von autonomem Gewebe nicht vorhersehbar.

F5: Gibt es diesbezüglich Unterschiede zw. der hypertrophen und der atrophen Form?
A: Hypertrophe Form ist definitionsgemäß "Nicht-Verkleinerung".

F6: Verändern sich die Zerstörungsschwerpunkte im Verlauf der Erkrankung?
A: Sie können.

F7: Welche Mechanismen bestimmen die Aktivität der autonomen Zellen?
A: Die "Autonomisierung" geschieht aus sich heraus, aus einer somatischen Mutation. Die Aktivität der Hormonproduktion hängt von der vorhandenen Jodmenge ab.

F8: Wie schätzen Sie die Häufigkeit von Nährstoffmängeln von Hashimoto- und Basedow-Patienten im Verhältnis zu SD-gesunden Personen ein?
A: Umfrage. Mail morgen an M. d'Angelo.

F9: Welche Nährstoffmängel sind Ihrer Erfahrung nach am häufigsten vertreten?
A: Eisen, B12 und Selen. Hierzu gibt es auch eine Umfrage im "Hashimoto-Forum".

F10: Warum ist das so?
A: Vermehrter "Verbrauch" durch Autoimmunprozess (daran beteiligte Enzyme), verminderte Stimulation der Produktion (Unterfunktion), verminderte Resorption (Antikörper gegen Zellen der Magenschleimhaut; eigenständige Autoimmunerkrankung, häufig zusammen mit AIT vorkommend)

F11: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Unterschiede bei der Messung der freien (fTs) und der gebundenen Werte (Ts)
A: Gibt es zuhauf. Die Diskussion um Stellenwert der freien und gebundenen Hormone ist schon uralt. Es gibt keinen Grund, noch gebundene Hormone zu bestimmen.

F12: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich Wohlbefinden und Lage der Ts/ fTs?
A: Es gibt ein Editorial dazu, im Zusammenhang mit gleichzeitiger T3 Zufuhr in:
The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism. http://jcem.endojournals.org/cgi/reprint/88/10/4540
Grundsätzlich sollte der Anteil des FT3 größer sein; allerdings ist ein positiver oder negativer Effekt von der Ausgangslage (wie stark war Unterfunktion, wie lange bestand sie) abhängig und von der Verteilung der Rezeptoren, die für die Vermittlung der Hormonwirkung verantwortlich sind und die letztendlich - unabhängig von der absoluten Hormonkonzentration (wenn sie "einigermaßen" normal ist) über das Befinden mitentscheiden.

F13: Wie schnell bzw. träge reagiert das TSH auf Veränderungen?
A: Träge. Beispiel: Supprimiertes TSH bei M. Basedow bleibt nach Thyreostatika bedingter Normalisierung von FT3 und FT4 in den meisten Fällen monatelang unverändert.

6.
Ursel:

F1: Besteht ein Risiko für ein ungeborenes Kind im Falle einer Schwangerschaft, wenn man an Hashimoto erkrankt ist ? Und wenn ja, welche ??
A: Nein. Wenn die Unterfunktion während der SS ausgeglichen wurde.

F2: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Hashimoto und einem Mangel an Gelbkörper­hormonen?
A: Ja. Progesteron stimuliert - genauso wie Östrogen - das Wachstum von SD Follikelzellen, damit vermutlich auch eine vermehrte Synthese der Hormonproduktion; es verstärkt somit die Wirkung des Hormonersatzes durch Stimulation der "Reserve".
Übersicht: http://jcem.endojournals.org/cgi/reprint/88/10/4540
Ein verändertes Verhältnis von Östradiol/Progesteron (grenzwertig hohes Östradiol/erniedrigtes Progesteron) begünstigt das Auftreten einer AIT (z. B. Situation postmenopausal, PCO Syndrom) http://edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00005186/01/Schmalisch_Petra.pdf

F3: Was gibt es für Möglichkeiten gegen die Weißfleckenkrankheit? Und stimmt es, wenn man sie hat, dass man ein erhöhtes Hautkrebsrisiko besitzt??
A: s. Frage Nr. 4 (1)

F4: Was kann ich noch tun außer gesunder Ernährung und Sport, um gegen einen zu hohen Fettgehalt meines Körpers anzugehen und um meine Muskelmasse zu erhalten?
A: Allgemeine Antwort; muss nicht (oder nicht alles) auf Ursel zutreffen:

7.
Heiderose:

Ich habe im vergangenen Jahr in Würzburg an der ACTH-Studie teilgenommen. Damals wurden sehr viele Blutwerte gemacht, u. a. auch DHEA-S.
01.03.2006: DHEA-S 18,2 µg/dl (Normwerte: 70 - 310) ???
15.03.2006: DHEA-S 19,3 µg/dl (Normwerte: 26 - 200) ???
Der unterschiedliche Referenzbereich hat mich stutzig gemacht und ich habe an die Uni Würzburg geschrieben. Folgende Antwort bekam ich:
"Zu Ihrer Frage wegen des Referenzbereichs beim DHEA-S: er ist korreliert mit Alter und Geschlecht, so dass vielleicht Ihr Geburtstag dazwischen lag (habe Ihr Datum hier zu Hause nicht im Kopf...) oder der Computer hat das falsche Geschlecht erkannt. Sie müssen sich aber keine Sorgen machen!"
Meine HÄ verschrieb mir trotzdem mit einem grünen Rezept MELASAN Alterna Phythovitalstoffe, 60 Kapseln a 580 mg!!!
Zutaten: Yamswurzel, Black Cohosh, Sojabohnenkonzentrat, Gelatine, Vitamin E (natürliches 700 I.E./g), Füllstoff Maisstärke.
Ich sollte 1 Kapsel am Tag nehmen. Habe mir die Kapseln besorgen lassen von der Apotheke, weil aus Österreich. Musste insgesamt ca. 25 € bezahlen.
1/2 Jahr lang nahm ich die Kapseln, dann nicht mehr, weil ich eigentlich keine wesentliche Besserung meines Zustandes bemerkte und mir das auf Dauer auch zu teuer wurde.

Meine beiden Fragen:

F1:Stimmt die Aussage meiner HÄ, die meinte: Die Werte wären eigentlich meinem Alter (59 Jahre) entsprechend in Ordnung!!!
A: Nein. Die obigen Referenzbereiche für 1.3.2006 sind sicher nicht Altersklassenspezifisch: bei 50 - 59 a findet man einen Wert von 310 nicht mehr. Werte über 200 findet man nur bei jüngeren Menschen (unter 35a). der Referenzbereich vom 15.3. (26-200) scheint schon altersbezogen: ein Wert von 19 ist danach eindeutig unterhalb des untersten Referenzbereichs und eindeutig erniedrigt.

F2: Was halten die Referenten von der Yamswurzel?
A: Wir haben noch keine eigenen Erfahrungen damit. Einige Informationen dazu:
http://f2.webmart.de/f.cfm?id=601862&sr=101&r=threadview&a=1&t=609857

8.
Eva:

F: Wie verhält sich der Blutzucker bei Unterfunktion/Überfunktion? Ist der Blutzucker in der Unterfunktion eher niedrig oder eher höher? Das gleiche bei Überfunktion?
A: Bei Überfunktion ist der Blutzucker höher, weil die Wirkung des Insulins durch SD Hormon abgeschwächt wird; dadurch verbleibt (weil Insulin zur Aufnahme des Zuckers in Körperzellen benötigt wird) mehr Zucker im Blut. Problematisch ist dies aber nur dann, wenn dabei der Blutzucker über das normale Maß ansteigt, so dass definitionsgemäß ein Diabetes besteht. Bei der Unterfunktion besteht das Problem einer möglichen Unterzuckerung - aber nicht als Auslöser, sonder wie bei der Überfunktion, als "Verstärker".
Beides ist eher selten; wichtiger ist die Insulinresistenz (ganz allgemein) oder verstärkt durch zuviel SD-Hormon beim Thema "Gewichtszunahme".

9.
Zuvi:

F: Inwiefern beeinflussen sich mehrere AI-Erkrankungen gegenseitg? Insbesondere interessiert mich, ob Hashi einen Einfluss auf rheumatische Erkrankungen (Vaskulitis, Lupus) hat, oder nicht? (Wenn ja, welchen).Und natürlich auch umgekehrt.
A: Unbehandelte Unterfunktion bei AIT verschlechtert rheumatische Erkrankungen, ist aber nicht Auslöser davon, und umgekehrt. Genauso verhält es sich bei Diabetes Typ I (autoimmunbedingt) und Vitiligo (Weißfleckenkrankheit). Sie kommen gemeinsam vor, wobei die Häufigkeit der AIT bei Diabetes Typ I und Vitiligo sehr hoch ist.
Zu dem Thema: Hashimoto und andere Autoimmunerkrankungen gibt es einen Chat im Hashimotoforum.
Zweckmäßigerweise sollten die Autoimmunerkrankungen in endokrine und nicht-endokrine Immunopathien unterteilt werden:
Zu den endokrinen gehören: M. Basedow, AIT, Diabetes Typ I, M. Addison, Immun-Oophoritis, Immun-Hypophysitis
Nicht endokrine Formen: Vitiligo, perniciöse Anämie, MS, Sjögren Syndrom (Syn.: Sicca S.), Rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes, Immun Hepatitis, Zöliakie, Thrombozytämia purpura

10.
Rosemarie:

F: Gibt es eine pflanzliche Alternative zu DHEA, zB "Yamswurzel?"
A: Die Yams- oder Jamswurzel (Dioscoria) wächst nach Der Brockhaus. In 10 Bänden: "... in den Tropen und den wärmeren Bereichen der gemäßigten Zone ... (und ist eine) wichtige trop. Nutzpflanze, ... deren bis 20 kg schwere stärkereiche Knollen (Yams, Jams) gekocht wie ... Kartoffeln verwendet werden."
Aus Yams und/oder Soja kann Diosgenin extrahiert wird; aus dieser Hormonvorstufe können ihrerseits weiter bioidentische Hormone hergestellt werden.
Es besteht allerdings nicht unbedingt ein Bedarf an "natürlichem" DHEA, weil es - genau wie andere Hormone auch - chemisch in bioidentischer Form hergestellt werden kann. Da es auch aus biologischen Vorstufen, wie z. B. Yams hergestellt werden kann, gilt es in den USA als natürliche, bioidentische Produkt, das keine Zulassung durch die Gesundheitsbehörde benötigt.
http://www.niapublications.org/tipsheets/pills.asp
http://www.cfsan.fda.gov/~dms/ds-prod.html#dhea
Die Vorstufen (wie beim wilden Yam) einzunehmen, macht hingegen keinen Sinn, da die Menschen nicht die entsprechenden Enzyme haben. Es ist sogar denkbar, dass eher ungünstige Stoffwechselzwischen- oder Endprodukte entstehen.

11.
Silvia:

Ich bin ein Wechseljahrhashi, 58 Jahre. Leider finde ich kein dauerhaftes Wohlbefinden.
Folgende Symptome verlassen mich nicht:

Medikamente:

Diagnosen:
Kardiologe hat Loch im Herzen festgestellt. Deswegen wurde die regelmäßige Einnahme von Aspirin empfohlen. Einnahme erfolgt nicht.

Meine Werte aus Dezember 2006:

Symptome: siehe oben. Aufgrund der Werte reduzierte ich die Dosis dergestalt, dass ich Sonntags nur 100 µg nehme.
In den letzten 4 Wochen haben sich die Symptome verstärkt. Deswegen wurden neue Werte bestimmt. Diese liegen aber noch nicht vor.
Laut Auskunft meines Frauenarztes war im August 2006 mein Hormonspiegel sehr schlecht.
Hier die Werte:

Darauf hin begann ich mit Utrogest und Estreva-Gel (Dosis siehe oben).
Im September (gut 4 Wochen später) wurde der Wert Estradiol neu bestimmt. Er betrug 32,4 ng/l.
In der Folgezeit erfolgte keine weitere Wertbestimmung der weiblichen Hormone.

F1: Mich würde interessieren, ob die durch mich eingenommenen Medikamente/Hormonersatz in einer Wechselwirkung zu den Schilddrüsenhormonen stehen. Wenn ja, in welcher
A: Generell gilt: je mehr weibliche Hormone desto Schilddrüsenhormon ist erforderlich und umgekehrt.

F2: Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich ein besseres Befinden erreichen kann. Im Übrigen möchte ich Utrogest und Estreva-Gel im Sommer absetzen. Meinen Frauenarzt habe ich dieserhalb bereits angesprochen. Er möchte diese dann durch ein Pflaster ersetzen.
A: Pflaster sind praktisch, da sie nicht täglich gewechselt werden müssen. Es gibt jedoch keine Pflaster, die auch das natürliche Progesteron enthalten, das liegt an der kurzen biologischen Halbwertszeit.

F3: Könnte ich den Hormonersatz auch durch Remifemin ersetzen?
A: Es gibt neuere Untersuchungen, die die Wirksamkeit des schon längere Zeit etablierten Remifemins aufs Neue bestätigen. Neuerdings wird Remifemin mit Johanniskraut kombiniert angeboten. Es kann bei Umstellung zu einem verzögerten Wirkeintritt von ca. 12 Wochen kommen.

12.
Colli:

F: Laut meinem Nuk sind meine TPO AK unter der Grenze (9), kein Hinweis auf die Immunaktivität, da jeder auch gesunde Mensch AKs haben kann.
Nun haben sich die, wenn auch niedrigen, AKS verdoppelt (innerhalb von 6 Monaten) ist doch ein Zeichen von Immungeschehen?
Nuk sagt, solche Schwankungen gibts auch bei Gesunden! (meine HT ist durch Ultraschall, Szintigram nach langem Hin und Her wegen fehlender AKs als seronegativ festgestellt worden).
A: So etwas gibt es. In unserer Praxis haben wir einige Patienten mit der gleichen Konstellation. Konsequenzen hat das dann, wenn eine Unterfunktion der SD beginnt; dann wird ein Ausgleich mit SD Hormon in Tablettenform vorgenommen, egal ob AKs da sind oder nicht.

PS: Frage wird häufig gestellt; wichtig in diesem Zusammenhang ist die Definition, wann eine Unterfunktion "laborchemisch" beginnt; ist die Grenze des TSH niedrig, werden viele mögliche Patienten im frühen Verlauf Hormon bekommen, ist die Grenze hoch, ist es umgekehrt.

13.
Sigrit:

Erwachsener Mann:

F1: Sind kühle Knoten = kalte Knoten?
A: Ja

F2: Wenn es kühle Knoten gibt, in welche Richtung können die gehen - kalt oder heiß?
A: Kalt

F3: Wenn bei HT mit Kropf die SD nach hinten wächst und Speiseröhre verengt ist dadurch, ist dann OP das einzig richtige?
A: Hängt von Beschwerden ab. Solange keine lokalen Beschwerden/Beeinträchtigen vorhanden sind, braucht keine OP durchgeführt werden.

F4: Welche Alternativen gibt es ohne Jodzugabe und ohne OP die SD zu verkleinern, wenn LT keine Entlastung/Reduzierung bringt?
A: Wofür steht Abkürzung "LT"? - L-Thyroxin? Verkleinerung ist auch durch Radiojodtherapie möglich.

F5: Welche Ursachen gibt es noch für Kropf, außer Jodmangel, der definitiv nicht vorliegt?
A: Einige Medikamente; das spielt aber nahezu keine Rolle.

Mit dem Kropf und dem (früheren) Jodmangel gibt es häufig Verwirrung: in Deutschland hat es einen Jodmangel gegeben; seit etwa Mitte der 1990er Jahre ist dieser rückläufig. Dennoch sind alle Erwachsenen, die vor, sagen wir 1995, geboren wurden, diesem Jodmangel ausgesetzt gewesen. Bei einer Lebenserwartung von ca. 80 Jahren (Frauen), sind die durchschnittlich ältesten "Jodmangelmenschen" etwa 1927 geboren (wohlgemerkt Durchschnitt: es leben noch sehr viele, noch früher geborene Menschen; viele später Geborene sind natürlich auch schon tot). Von 1927 bis Mitte der 1990er Jahre sind knapp 70 Jahre vergangen; es gibt daher noch eine große Zahl von Menschen, die im Jodmangel gelebt und einen Kropf entwickelt haben. Also: Beseitigung des Jodmangels und Kropf widersprechen sich nicht.

F6: Welche Ursache kann zuviel und nicht angefuttertes Bauchfett haben? Was sollte dann unbedingt untersucht werden?
A: Frage nach Ursachen lässt sich nur allgemein beantworten:
genetisch, Ausmaß der geistigen Aktivität (verbunden mit intellektuellem Verständnis der Zusammenhänge und Ursachen und der Fähigkeit zur Entwicklung von Änderungsstrategien), hormonell, soziokulturell entwickelte Ernährungsgewohnheiten, Ausmaß der Kalorienzufuhr (scheidet wohl bei Sigrit aus), Stresseinfluss und -bewältigung, Ausmaß der körperlichen Aktivität.
Bis auf 1 lässt sich an allen Faktoren etwas ändern.

Erwachsene Frau:

F1: Trotz relativer guter Einstellung und gutem Wohlfühlbereich, sehr gutem Essverhalten und Sport, regt sich nichts am Gewicht, warum nicht, Mehrgewicht wurde durch Schub 2005 ausgelöst, hat sich aber im Vergleich zu vorherigen Schüben, danach nicht wieder zurück entwickelt?
A:
s. Frage 13 (6)

F2: Kann das Mehrgewicht durch Schub und erhöhter Hormonausschüttung, erhöhte Werte zustande kommen?
A: s. Frage 8. SD-Hormon kann die Insulinresistenz beeinflussen, und darüber auch das Gewicht.

F3: Können Wohlfühlwerte und Werte die zur Gewichtsabnahme führen unterschiedlich sein?
A: Ja.

F4: Kann es sein, dass die ausgeschütteten Hormone durch Schub, schlechte Hormone sind, die ÜF- und UF Symptome auslösen und Mehrgewicht verursachen?
A: Interessante Überlegung. Vielleicht "schlecht" eher im Sinne von "zum falschen Zeitpunkt".

F5: Können also zu hohe SD-Hormonwerte auch Übergewicht verursachen?
A: Ja

F6: Was sollte in dem Fall untersucht werden?
A: Insulinresistenz

F7: Welche Nebenwirkungen hat DHEA?
A: Wenn (v. a. D. bei Frauen) richtig dosiert: keine

Sohn/Kind 5 J:

F1: Zusammenhang Epilepsie und HT, durch Lixin seit 1 Jahr keinen Epi-Anfall mehr?
A: Es scheint eher umgekehrt zu sein. http://www.springerlink.com/content/wj4t23u345458774/
"Zusammenfassung
Klinische Evidenz belegt, dass endogene (Hyperthyreose) aber auch exogene Thyroxinintoxikationen anfallsauslösend oder -verstärkend wirken. Letzteres wurde vor allem bei der juvenilen myoklonischen Epilepsie berichtet. Umgekehrt gibt es Hinweise, dass die Inzidenz von Fieberkrämpfen bei Hypothyreose vermindert ist. Die Hashimoto-Enzephalopathie ist eine mit der gleichnamigen Autoimmunthyreoiditis assoziierte akute wiederkehrende steroid-responsive, z.T. spontan remittierende Enzephalopathie, bei der epileptische Anfälle (in 50-60%), Verwirrtheit, Psychose, Störungen der Vigilanz und Myoklonien beschrieben sind. Beim meist iatrogenen seltener idopathischen Hypoparathyreoidismus können neben der meist bald nach der Operation symptomatischen Tetanie in 25-30% der Fälle, oft mit deutlich längerer Latenz, auch epileptische Anfälle auftreten."

F2: Was ist zu tun bei Junge 5 J. mit HT und Epilepsie-Symptomatik (ganze Bandbreite der verschiedensten Epi-Formen) zu den unterschiedlichsten Zeiten und tägl. abendl. Einschlafmyoklonien mit selbstreduzierenden Einkrampfungen, der dringend mehr Lixin benötigt, aufgrund der wiederkehrenden SD-Symptomatik (innerh. 1 J. nur auf 3 Tr. konstant Steigerung möglich), jede weitere Steigerung aber die abendl. Myoklonien wieder verstärkt?
A: Wichtiger scheint wohl im Rahmen der Epi. die Vermeidung von abendlichen Myoklonien. Also Lixin-Liquid Dosis eher langsam steigern.

F3: Welche Differenzialdiagnostik noch sinnvoll, wenn alle bisherigen Untersuchungen (EEG, Langzeit EEG, MRT, Hirnwasser etc.) keinen organischen Nachweis gebracht haben?
A: Untersuchung, ob im Liquor (Hirnwasser) SD AK nachweisbar.

F4 Zusammenhang Epilepsie, HT und HT-Enzephalopathie?
A: s. Sohn/Kind: 1)

F5: HT Enzephalopathie, welche Differenzialdiagnostik bei welchen Symptomen, Werten?
A: s. http://www.kup.at/kup/pdf/1318.pdf

F6: Steht die HT und Epi in Zusammenhang mit fehlenden Vitaminen?
A: Nein.

Kinder:

F1: Wie viel Selen ist für Kinder möglich ohne Nebenwirkungen (z. Zt. 50 mg - Kind 5 J.)
A: 100 µg (nicht mg) einer Natriumselenitverbindung, z. B. Selenase.

F2: Obwohl die HT und AI's bei Kindern im Vormarsch sind, auch durch die Jodierung von Lebensmitteln, warum sind die Kinderärzte nicht aufgeklärt, warum werden die meisten Kinder (mir bekannt) durchweg falsch oder gar nicht behandelt, obwohl auch Genetik durch Eltern belastet ist?
A: Unbekannt

F3: Wann sollte eine Kinder-SD mit LT entlastet werden, auch wenn noch keine AK's nachweisbar und SD offensichtlich noch euthyreote Stoffwechsellage?
A: Ab TSH von 2.

F4: Besteht bei rechtzeitig und präventiv behandelten Kindern eine gute Chance, das die LT-Gabe nur vorübergehend ist, wie lange sollte die präventive LT-Gabe beibehalten werden, Jahre?
A: Chance: I. d. R. nein; wie lange: meist lebenslang.

F5: Senkt zuviel Zink den Eisen/Ferritinspiegel?
A: Be >50 mg Zink pro Tag kommt es zu Kupferresorptionsstörung, die dann eine Eisenrefraktäre Anämie auslösen. Bei hoch dosierter Zinkgabe muss Kupfer laborchemisch bestimmt werden. Zink/Kupfer Verhältnis muss 10:1 sein.

F6: Warum werden Ärzte belangt, weil sie Kombi-Medikamente und Armour verschreiben?
A: Geht vermutlich auf eine gewisse Frau Jana M. Vydra zurück, die behauptet, sie sei mit SD Hormon "gefoltert" worden.
Wer mehr wissen will: hier steht dazu alles: http://thyroid.gq.nu/veroef-inhalt.html
Vor etwa 10 Jahren hat sie auch unserer Praxis eine Klage angedroht, weil wir Kombipräparate (die sie für "verbrecherisch" hält) verordnen.

14.
Nicole:

F: Ich habe seit Anfang letzten Jahres Probleme. Muskelschmerzen, Müdigkeit, Gewichtszunahme etc. Seit Dezember habe ich die Diagnose Hashimoto und hoffe bei dem Seminar mehr über meine Krankheit zu erfahren. 1) Ich habe eine Frage zum Sport: Kann ich meine Kondition/Ausdauer/Leistungsfähigkeit wieder so erreichen wie vor meiner krankheitsbedingten Pause (4-5 Monate)?
A: Hängt ein bisschen vom Lebensalter ab. Je jünger, desto wahrscheinlicher.

15.
Elfi:

F1: Viele Patienten mit Hashimoto haben einen sehr niedrigen oder supprimierten TSH. Aber nicht jeder HT'ler nimmt zu viel Hormon.
Ist ein TRH-Test bei Hashimoto aussagefähig und sinnvoll und kann er eine Hyperthyreose bestätigen/ausschließen?
A: TRH -Test ist vergleichbar mit einer "Lupe": er ermöglicht eine frühere Diagnose als der TSH Basalwert alleine.

F2: Beispiel: TSH-0-RIA ist 0,3 mU/l. Der TRH-Test ergibt einen TSH-30-RIA von 2,0 mU/l. (Norm über 2,5) Das Ergebnis wird als beginnende Überfunktion gewertet. Korrekt?
A: Ja.

F3: Was können HT'ler mit Augenbeschwerden (Reizungen wie Rötungen, Brennen und müde Augen) ohne nachweisbare TRAK (Sicca-Syndrom, Fehlsichtigkeit und Allergien als Ursache sind bereits ausgeschlossen) gegen ihre Beschwerden machen? Und was kann die Ursache sein (andere Antikörper)?
A: Ursache ist höchstwahrscheinlich "Sicca Syndrom". Dafür gibt es keine Laborparameter (TRAK hat mit Sicca nichts zu tun), sondern nur die Klinik, die in Ihrem Fall dafür spricht. Behandlung ist (fast) rein symptomatisch:

16.
Esther:

F: Schwangerschaft & JOD bzw. SELEN: Ärzte sind bei schwangeren Hashimoto-Patienten für 100µg Jod und 100 (max.150µg) Selen. Von 200µg Selen wird abgeraten. Ist dies so richtig oder gibt es andere Empfehlungen, ob und wie viel Schwangere mit Autoimmunerkrankungen der SD von diesen Spurenelementen täglich zusetzen sollten?
A: Selen während Schwangerschaft wird nur empfohlen, wenn eine Autoimmun-Thyreoiditis vorliegt. 200 µg ist die "Standarddosis" bei Erwachsenen, auch bei Schwangeren.

17.
Karin:

Ich habe im Netz unter www.schilddruese.net folgenden Artikel gefunden: (Quelle: Diabetes Obesity and Metabolism 2005; Online Early 29. März 2005)

"Geringerer Energieverbrauch bei Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion
KÖLN (MedCon) - Eine häufige, von Betroffenen gefürchtete Nebenwirkung einer Therapie der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist die Gewichtszunahme. Dänische Wissenschaftler unter der Leitung von R. Jacobsen von der Universität Fredericsberg haben nun die Ursache dafür entdeckt.
In ihrer Studie zeigten betroffene Patienten einen verminderten Energieverbrauch vor allem in der Nacht. Damit nicht genug: Auch die körperliche Aktivität der untersuchten Patienten sank während der thyreostatischen Behandlung, berichten sie. Die Wissenschaftler ermittelten bei acht hyperthyreoten Patienten vor bzw. ein Jahr nach Behandlungsbeginn den Energieverbrauch innerhalb von 24 Stunden, die Körperzusammensetzung sowie die spontane körperliche Aktivität. Acht Personen mit normaler Schilddrüsenfunktion dienten als Kontrollgruppe. Bei der Nachuntersuchung ein Jahr nach Therapiebeginn hatten sich die TSH-Spiegel der Patienten normalisiert und die Werte der Schilddrüsenhormone befanden sich im unteren Referenzbereich. Doch die Körperfettmasse war im Schnitt um 3,5 kg deutlich angestiegen. Vor der Therapie lag der Energieverbrauch bei den hyperthyreoten Patienten um 15 Prozent höher als bei den Kontrollen, wurde unter Behandlung um 1,9 MJ/Tag klar gesenkt und erreichte nach einem Jahr ähnliche Werte wie in der Kontrollgruppe. In weiteren Analysen zeigte sich u. a. die durch den Arzt verursachte (iatrogene) Hormonsuppression dafür verantwortlich, die zu einem niedrigeren Energieverbrauch während des Schlafes führte."

F: Genauso war es bei mir, auch meine Körperfettmasse ist deutlich angestiegen und auf diesem hohen Niveau geblieben. Was kann getan werden um den Energieverbrauch wieder zu steigern (Sport mache ich täglich, jedoch tut sich nichts am Gewicht und an den Speckrollen), das geht nun aus diesem Artikel nicht hervor, ich habe es zumindest nicht gefunden.
A: Das ist keine seltene Beobachtung. Wir haben das mit dem erhöhten Energieverbrauch während der unbehandelten Phase der Überfunktion erklärt.

18.
Rikkie:

F1: Gibt es neue Informationen über T3 in Retardform in Deutschland? (Link zu Versuchsreihe in USA: http://www.nrpharma.com/products/NRP409.htm)
A: Nein.

F2: Hashimoto Enzephalopathie - wie häufig kommt es vor? Gibt es spezialisierte Behandlungszentren in Deutschland?
A: http://www.kit-online.org/Hashimoto-Enzephalopathie

19.
Ella:

F: Welche Rückschlüsse kann man ziehen, wenn bei einer Cortisongabe (nicht wegen SD-Problemen), das Befinden sich schlagartig verbessert und eine "Normalität wie vor der Hashimoto-Erkrankung" eintrifft? Dieser Zustand sich jedoch wieder verflüchtig sobald das Cortison abgesetzt wird.
A: Cortison wirkt antientzündlich, verbessert die SD Hormonwirkung, und "putscht auf" - in höheren Dosen.

20.
Susanne:

F1: Warum gibt es so wenig Ärzte, die sich mit Kindern auskennen, die ein SD-Problem haben? (Konkret, der NUK hier in Bamberg verschreibt meinen Kindern Jodetten!)
A: Unbekannt

F2: Warum trauen sich die Ärzte nicht früher einzuschreiten (bei Kindern) und denen frühzeitig SD-Medis zu geben. Und warum ist es so einfach ein Ritalin-Präparat zu bekommen, wenn's gut sein kann das die Kinder HT "geerbt" haben?
A: Ritalin Thema ist bei den meisten Kinderärzten vertraut. Leicht ist es allerdings nicht zu kriegen, da ein BTM Rezept dafür notwendig ist.

F3: Wann ist es sinnvoll bei Kindern mit einer SD-Therapie zu beginnen? Die Normwerte folgen bitte welcher Norm, wenn es die gleichen für ein 4-jähriges Kind und einem 10jährigen Kind gibt?
A: Ab TSH 2, wenn Symptome da sind, die zur Unterfunktion passen.

F4: Wie kann es sein das der Normwert TSH von 0.4-2.50 bei einem Erwachsenen liegt, bei allen Kindern jedoch bei 0.3-4.0 ?
A: Referenzbereich hängt vom Testsystem und der Akzeptanz eines niedrigeren oberen Normwerts ab.

F5: Wie kann es sein das ein Sonogramm auffällig ist, die Werte jedoch nicht?
A. Bei AIT gibt es alle möglichen Konstellationen:
"Klassisch": Sono echorm, AK pos., TSH erhöht
Neben klassisch: von den 3 Kategorien können entweder eins oder auch zwei als Normalbefund in Kombination mit dem dritten vorkommen

F6: Noch eine Frage wg. Übergewicht. Kann man was tun um in der UF erworbenes Über­gewicht wieder los zu werden? Darf man einfach so Metformin nehmen?
Könnte das Übergewicht nicht nur an einer UF sondern vielleicht auch wegen gestörter Sexualhormone zustande kommen? Sollte man generell nicht die Sexualhormone testen lassen, wenn es da einen Zusammenhang geben könnte?
Die Frauen, die PCO haben und die ich kenne sind alle dick.....Zufall?
A: Frauen mit PCO haben (fast) immer eine Insulinresistenz. Wenn diese nachgewiesen ist , ist Metformin auf jeden Fall gerechtfertigt. Man kann bei Gewichtsproblemen Metformin auch ohne den entsprechenden Nachweis geben. Voraussetzung: Nierenfunktion (Kreatinin) ist in Ordnung und es wird vertragen.

21.
Ester:

Hashimoto & Schwangerschaft

F1: Sollte man in der Schwangerschaft Jod zuführen, wenn ja, wie viel? Und gibt es Unterschiede, wenn die TPO-AK erhöht sind, bzw. wie sollte man es dann handhaben?
A: 100 µg ab der 10. SSW unabhängig von AK Höhe.

F2: Falls Jod genommen werden muss, ist dies bis zum Ende der Schwangerschaft, gar Stillzeit notwendig?
A: Ja. Wird so empfohlen.

22.
Dragana:

F1: Was passiert oder was kann passieren wenn man in der SS MB entwickelt und vom Facharzt (also Gyn) nicht behandelt wird?
A: MB in der SS sollte auf alle Fälle ärztlich überwacht werden, auch ggfalls mit Thyreostatika behandelt werden, egal von welcher Fachrichtung. Der Arzt muss sich natürlich damit auskennen.

F2: Des Weiteren, was geschieht mit dem Neugeborenen, wenn MB bei der Mutter bekannt ist, und beim Säugling nicht kontrolliert wird?
A: Beim Neugeborenen wird routinemäßig TSH bestimmt, so dass eine evtl. sog. neonatale Überfunktion erkannt wird. Diese beruht darauf, dass während der SS TRAK auf das Kind übertreten. Das Krankheitsbild ist selten, ca. 2%.

F3: Wohin kann es führen, wenn die Ärzte (Kinderarzt) den Säugling nicht speziell untersuchen (SD-BE usw.)........kann das Herzrasen und somit zum Herzstillstand beim Säugling führen? Evtl. durch Antikörper, die die Mutter über die Plazenta dem Baby übergibt?
A: Der Gynäkologe kann durch Ultraschall die Herzfrequenz des Kindes messen.

23.
Philipp:

F: Halten Sie das übliche Vorgehen, dass bei der Erst- bzw. Screeninguntersuchung der Schilddrüse zunächst nur das TSH bestimmt wird, und erst bei TSH-Werten außerhalb des Normbereichs fT4 und fT3 nach bestimmt werden, für sinnvoll, oder sollte gleich bei der ersten Untersuchung TSH zusammen mit den freien Werten bestimmt werden?
A: Die "offizielle" Empfehlung der Gesellschaft für Innere Medizin lautet so. Es ist eine Empfehlung, kein "Befehl".

24.
Esther F.:

Hashimoto & Kinder:

F1: Wie kann man (=Eltern wie auch Mediziner) das ADHS-Syndrom von den Symptomen einer schleichend beginnenden Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankung bei kleineren Kindern trennen?
A: Unsere Praxis hat mit ADHS keine eigenen Erfahrungen. Nach allem, was über ADHS zu lesen ist, scheint es doch - bei voller Ausprägung - recht typisch und von einer Unterfunktion unterscheidbar zu sein. Bei der Unterfunktion ist bei Schulkindern häufig Müdigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis nach der Schule, aber auch Einschlafstörungen zu beobachten. Die Symptome der Unterfunktion können zudem aktiv kompensiert werden (über einen gewissen Zeitraum), während die ADHS wohl von den Betroffenen nur sehr schlecht kompensiert werden kann.

F2: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beides zusammen vorliegt bzw. dass eine unentdeckte Hashimoto-Thyreoiditis das ADHS-Syndrom mit sich bringt
A: ADHS ist bei Jungen 5-6 mal häufiger; die Prävalenz (Anzahl Erkrankter in einer Population) liegt bei 3 - 5 %.
Bei der AIT ist es genau umgekehrt: Sie kommt beim weiblichen Geschlecht um den Faktor 10 - 15 mal häufiger vor; die Prävalenz von Schulkindern ist nicht bekannt. Sie dürfte aber um einiges niedriger sein als nach der Pubertät. Bei erwachsenen Frauen liegt die Prävalenz von SD AK bei ca. 10%
Daher dürfte ein gemeinsames Auftreten einer AIT und eines ADHS bei Jungen etwas seltenes sein; bei Mädchen hingegen wahrscheinlich etwas häufiger.
Es ist jedoch in jedem Fall ratsam, durch eine Laboruntersuchung eine Schilddrüsenfehlfunktion auszuschließen.

Hashimoto und Eisen

F1: Ist es möglich, dass zusätzliche Eiseneinnahme (z.B. ferro sanaol ) den Ferritinwert ansteigen läßt UND GLEICHZEITIG den autoimmunen Entzündungsprozeß vorantreibt?
A: s. Frage 13 (Kinder, 1). Vielleicht zuviel Zink? Kupferwert bestimmen lassen.
Dass nur durch Ferritinanstieg eine AIT getriggert wird ist nicht bekannt.

F2: Gibt es Erklärungen dafür, wieso bei Hashimoto-Patienten häufig auch ein niedriger Eisenwert (Anämie) vorliegt?
A: Resorptionsstörungen (bei gleichzeitiger Zöliakie) und verminderte Erythrozytenproduktion durch Unterfunktion. Auch durch verminderte B12 Aufnahme kann Anämie auftreten.

F3: Wie sollte man diesen Eisenmangel bestenfalls ausgleichen, ohne die Thyreoiditis weiter voran zu treiben?
A:Unsere Praxis verordnet seit einiger Zeit neben Ferrosanol Duodenal auch Floradix Kräuterblut Eisen.

F4: Gibt es grundsätzlich Aussagen zu Nährstoffmangel (=Zink, B-Vitaminen, Magnesium z.B.) in Bezug zur Hashimoto-Thyreoiditis?
A: wir empfehlen regelmäßig Selen und - bei Mangel: B12, Eisen, Zink. Das sind die häufigsten Mängel, nach unseren Erfahrungen.

Hashimoto bei (Klein-) Kindern (bis Beginn Schulalter):

F5: Wie erkennt man deutlich eine Hashimoto-Thyreoiditis oder aber auch nur dessen schleichenden Beginn bei kleineren Kindern?
A: Nach unseren Erfahrungen sind Schlafstörungen ein Anfangsindiz. Wachstumsverlangsamung und/oder Gewichtszunahme sind eher bei schon längerer Krankheit vorhanden. Es gibt jedoch nur wenige eigene Erfahrungen.

F6: Ist die Häufigkeit einer ADHS-Symptomatik gegeben bzw. eher wahrscheinlicher als die Anzeichen der typischen Unterfunktion(wie sie dann bei Erwachsenen vorkommt)? Kann man dem gegensteuern (wenn noch keine SD-Veränderung stattgefunden hat) und wenn ja, wann und wie?
A: Häufigkeit und Geschlechtsverteilung: s. Frage 24 (2)

F7: Und wo liegen hier die aktuellen Normbereiche der Werte (TSH, fT4&3) wie auch bei der Sonografie (Volumen der SD)?
A: Aktuelle Normwerte unserer Praxis:

F8: Was kann man ergänzend zur LT-Gabe bei Kindern tun, um eine ganz normale physische wie auch psychische Entwicklung zu unterstützen?
A: Selen, kein extra Jod.

F9: Kann man heutzutage mittels Genuntersuchung eine Disposition zu Hashimoto-Thyreoiditis schon feststellen?
A: Nein. Man kann eine allgemeine Disposition für Autoimmunerkrankungen durch eine Untersuchung der am Immungeschehen beteiligten Zellen (T-Zellen) und auch bestimmten Genabschnitten nachweisen.

F10: Ist Hashimoto-Thyreoiditis ein genetischer Defekt (bzw. Genmutation), bzw. gehen Vermutungen in diese Richtung?
A: Es scheint mit dem X Chromosom zu tun zu haben, was auch die "Bevorzugung" des weiblichen Geschlechts mit erklären dürfte:
"Men are simple creatures. They have one X chromosome and one Y chromosome with often distinct functions and controls. Women are more complex in that they have two similar X chromosomes, resulting in a double dose of often similar genes among the 1098 genes coded for on the X chromosome."
So beginnt ein Editorial von Terry F. Davies in der Zeitschrift Clinical Endocrinology and Metabolism. http://jcem.endojournals.org/cgi/content/full/90/11/6332
"Männer sind schlichte Geschöpfe. Sie haben ein X und ein Y Chromosom mit klar getrennten Aufgaben und Kontrollen.
Frauen hingegen sind komplizierter, in dem sie 2 gleichartige X Chromosomen haben; dies bedeutet eine doppelten "Dosis" von oft ähnlichen Genen unter den 1098 Genen, die für das X Chromosom kodieren.
"

25.
Ellen:

F: Als Fragestellung interessiert mich besonders das Thema SD und innere Unruhe bzw. kann die Gabe von L-T3 sich positiv auf die Psyche auswirken.
A: Eher nicht

26.
Sandra:

F: In wieweit greifen die AK in den Gehirnstoffwechsel ein bzw. ihn beeinflussen?
A: http://www.kit-online.org/Hashimoto-Enzephalopathie

27.
Heidi:

F: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem ersten Auftreten von MB und der Menopause bzw. den sogenannten Vor-Wechseljahren? Die Symptome bei MB sind den Wechsel­jahrs­beschwerden ja sehr ähnlich - inwieweit spielen hormonelle Veränderungen bei dieser Krank­heit eine Rolle? Ist davon auszugehen, dass man mit einer Entfernung der SD möglichst warten sollte bis nach der Menopause, da sich dann die Hormone stabilisieren?
A: Nein.
Nach der Menopause ist der Östrogenwert im Blut niedriger und damit auch die Bindungseiweiße, auch die für SD-Hormon. Daher wird die Wirkung der SD Hormone noch verstärkt,

28.
Konrad:

F1: Bei Morbus Basedow während der Thyreostatikatherapie (Carbimazol, Thiamazol) stellt sich mir die Frage, wie maßgeblich das TSH zu bewerten ist und ob es tatsächlich zu einer kompensatorischen Unterfunktion (fT3 hoch, erhöht fT4 niedrig etc.) kommen kann? Hat das TSH hier eine maßgebliche Aussagekraft bzw. wie kann die Wirkung TSH unter der Therapie bewertet werden?
A: Das TSH bleibt oft monatelang supprimiert, auch wenn fT3 und fT4 sich unter der Thyreostase normalisieren. Es hat insofern eine wichtige Bedeutung, in dem es anzeigt (wenn es messbar wird), ob und dass ein Auslassversuch nach einem Jahr überhaupt möglich ist.

F2: Bei einer Umstellung auf Propycil, welches gegen T3 wirkt, erholt sich T3 und T4. Warum? Hat das TSH hier eine maßgebliche Aussagekraft bzw. wie kann die Wirkung TSH unter der Therapie bewertet werden?
A: Es sind wahrscheinlich hier Betablocker gemeint, die die Konversion von T4 zu T3 beeinflussen. Bez. TSH: s. vorherige Frage.

F3: Nach RJT, Rest-SD 1ml: Therapie LT 100. Warum ergeben sich am Abend ca. 18:00 Uhr erhöhte fT4-, und fT3 -Werte (Einnahme am Morgen ca. 6:00 Uhr) Woran liegt das? ( Das Befinden war an den Tag sehr schlecht, daher Blutentnahme am Abend durch den Endokrinologen)
A: Vermutung: Dosis zu hoch.

 

(C) 2007 Prof. Hotze