
23.09.2009
Frau Marianne Krug, Hormonzentrum Rhein-Main
Frau Dr. med. Anneli Hainel, Privatpraxis Prof. Hotze
Herr Dr. med. Peter Hain, Leiter der kardiologischen Abteilung Kerckhoff
Reha-Zentrum Bad Nauheim
Frau Claudia Arnold, Ökotrophologin
--> D.h. aktuell keine Jodmangelsituation in Deutschland mehr vorhanden.
--> D.h. besser ist eine individuelle Einschätzung des Jodbedarfs und damit individuelle Maßnahme.
Die Jodierung des Speisesalzes mit 15-25 µg/g Kaliumjodat (Jodat billiger und stabiler), bezogen auf Verzehrempfehlung von max. 6 g/Tag, Salzverzehr jedoch meistens höher gelegen, ca. 9g/Tag im Mittel, oft sogar 10-20 g/Tag.
Einige Firmen, z.B. Bonduell und Iglu verwenden neuerdings kein Jodsalz mehr.
Jodgehalt von Milch und Milchprodukten: Entsteht durch Jodanreicherung
des Tierfutters mit 1-2 mg Jod/kg Futter, das entspricht dem Vierfachen des
Bedarfs des Tieres, somit enthalten Ausscheidungen des Tieres viel Jod, z.B.
Kuhmilch 93-178 µg/l
Ziegenmilch 380 µg/l
Joghurt 17 µg/100 g
Käse 30-110 µg/100g
Eier 20-40 µg/Stück
Wurst 40-60 µg/100g auch durch Verwendung von jodiertem Nitritpökelsalz und
evtl. enthaltenem Schilddrüsengewebe des Tieres.
Problem: Jodgehalt in Lebensmitteln muss nicht deklariert werden.
Jodärmere Milchprodukte z.B. ReWe, Füllhorn und Landliebe
Laktosefreie –L Milch hat viel Jod.
Mich aus anderen europäischen Ländern (Tschechien und England) enthält viel
Jod (dort Speisesalz nicht jodiert, Milch aus Österreich und Polen eher
jodärmer.
Für weitere Informationen und Zahlen kann der Vortrag bei Frau Arnold angefordert werden unter: clau4dia.arn7old(at)freenet.de z.B. auch sehr interessante Zusammenfassung "Der jodreiche Tag" mit relativ typischer Ernährung und Zufuhr von insgesamt 635 µg Jod an einem Tag.
Wichtig für Aktivität der selenabhängigen Dejodase zur Bildung von T3 aus
T4.
Nachweislich Reduktion der Autoantikörperzahl und Verbesserung des
Allgemeinbefindens.
Bestandteil der antioxydativ wirksamen Glutathionperoxidase und damit
antientzündliche Aktivität.
Wichtigkeit der Ausgeglichenheit zwischen Jod, Selen und Eisen.
Keine zusätzliche Selensubstitution bei T3-Hyperthyreose wegen noch verstärkter T3-Bildung.
Herzklopfen und andere kardiale Symptomatik nicht nur im Rahmen der Überfunktion, sondern auch im weiteren Verlauf bei Zustand nach Überfunktion durch Vermehrung der Rezeptoren für Schilddrüsenhormone auf dem Herzen, hierdurch Sympatikotonus verstärkt.
Schilddrüsenherzen sind kleine Herzen, hier jedoch auch bei schnellem Herzschlag oftmals kein ausreichendes Herzminutenvolumen zu leisten.
Folge:
In diesem Zusammenhang auch bei morgens verstärktem Sympatikus Blutzuckeranstieg morgens möglich ("Sympatikotoner Diabetes mellitus", von Dr. Hain selbst als Diabetes mellitus Typ III benannt).
Folgen der Alkolose sind nächtliche Krämpfe, da Magnesium und Calcium die verstärkte Motorik nicht mehr beruhigen können.
Therapeutische Maßnahmen bei sympatikotoner Überaktivierung:
In diesem Zusammenhang auch morgens statt Kaffee eher Brühe trinken
(Salze halten Flüssigkeiten in den Gefäßen, Kaffee wirkt verstärkt
diuretisch) .
Schlecht ist auch die Verwendung salzarmer Nahrungsmittel und salzarmer
Mineralwässe (Volvic).
Rotwein erweitert Gefäße und erregt dadurch den Sympatikus wieder verstäkt.
So genanntes Herzspitzensyndrom (Durchblutungsstörung im Bereich des Herzens) sieht Dr. Hain regelmäßig bei Hashimoto-Patienten. In diesem Zusammenhang sollte kein Nitrospray verwendet werden, da hierdurch eine extrem starke Gefäßerweiterung und reflektorisch ein verstärkter Sympatikus erzeugt wird.
Sein Vorschlag: "Homöopathische Lösung von Nifecal", 2 Tropfen Nifecal auf 38 ml Wasser und 12 ml Williams Birne oder Kirschwasser (wegen des Alkoholgehalts), diese Mischung ist sehr lichtempfindlich, daher Fläschchen in achtfache Silberfolie einwickeln und 15 mal schütteln, davon 6 Hübe in der nächtlichen Sympatikusreaktion.
Weitere Hinweis von Dr. Hain zur Herzkraftsteigerung: Weißdorn.
Ob Rezeptorenvermehrung am Herzen durch stattgehabte Überfunktion reversibel ist, ist nicht klar.
Weitere Diagnostik der diastolischen Herzinsuffizienz: Hämatokrit venös und kapillär vergleichen, venöser Hämatokrit niedriger zeigt Verdünnung des rechten Herzkreislaufes im Sinne des oben beschriebenen Mechanismus der Rückhaltung von Wasser zur Verbesserung der Kontraktionskraft.
Literaturempfehlung hierzu: Buch von Dr. Hain "Die sanfte ganzheitliche Kardiologie" sowie ein Artikel unter der Überschrift "Die diastolische Herzinsuffizienz".
Dr. Hain bietet dreitägigen stationären Aufenthalt bei Patienten mit diesen Beschwerden an, telefonische Anmeldung unter 06032/9995820, Kosten ca. 950 Euro.
Hormondiagnostik im Speichel, insbesondere für Progesteron
Kortisol-Tagesprofil und Diagnostik einer Nebennierenrindenschwäche, hier Verbesserung der Funktion durch Vitamin B5 und B3, typisches Zeichen für einen Vitamin B5-Mangel: Brennende Handflächen und Fußsohlen.
Für DHEA tageszeitlich ähnlicher Verlauf wie Kortisol, nur eine halbe Stunde früher. Morgen-Peak ist Weckhormon, Zeichen für einen DHEA-Mangel: vormittags schlechtes Befinden, nachmittags Besserung.
Magen-Darm-Beschwerden bei Hashimoto-Patienten häufig durch Glutenunverträglichkeit, hier auch Möglichkeit einer Fettleberentwicklung. Therapie: Artischocke und Lacotbazillen.
Frage nach T-3-Applikation transdermal kann letztendlich nicht beantwortet werden, da Resorption fraglich (Thyroxin nicht fettliebend), ggf. lokale Applikation auf Kopfhaut oder Bauchansatz denkbar, keine eigene Erfahrung.
(C) 2009 Prof. Hotze