Newsletter 05/2007

21.06.2007

Vorbemerkung

Der Newsletter (NL) 05/2007 ist bereits am 19. 06. 2007 versendet worden.
Dies ist eine aktualisierte Version des NL vom 19. 06 2007.
Hintergrund ist eine Anmerkung einer/s Empfängerin/s des NL, das Medikament AcompliaR werde möglicherweise keine Zulassung in den USA erhalten. (9)
Dies war zwar nicht Gegenstand des NL vom 19. 06.; dennoch hat unsere Praxis mit der heutigen, aktualisierten Version die gesundheitspolitische Entwicklung (6, 7, 8) in Bezug auf das Medikament aufgenommen.

Adipositas
Die große Lücke zwischen Forschung und Therapie

Der Begriff Adipositas (lateinisch von: adipatus = fett) bedeutet: zuviel Fettgewebe im Körper.

In der letzten Ausgabe der Zeitschrift der GSAAM (German Society of Anti Aging Medicine(1)) beschreibt der Schriftleiter (Dr. med. B. Kleine-Gunk) das Dilemma zwischen dem Wissen um die Ursachen des Übergewichts und dessen Therapie. (2)
"Zum Thema Adipositas gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht", so Kleine-Gunk.
Unter der "guten Nachricht" subsumiert findet sich der aktuelle Kenntnisstand, der in der Tat in den letzten 15 Jahren dramatisch zugenommen hat. Anfang der 1990er Jahre wurde das Fettgewebe als ein "passives" Gewebe gesehen; heute weiß man, dass das Fettgewebe ein aktives endokrines "Organ" ist, welches eigene Hormone und Eiweißstoffe, die Entzündungen unterhalten, produziert. Ebenso hat sich der Kenntnisstand über die Regulation des Hunger- und Sättigungsverhalten ernorm erweitert.
Die "schlechte Nachricht" ist, dass diese erweiterten Kenntnisse so gut wie keinen Einfluss auf die Therapie des Übergewichts hatten. Nur ein einziges neues Medikament ist in den letzten zehn Jahren auf den Markt gekommen – Wirkstoff: Rimonabant – Handelsname: AcompliaR. In einem Newsletter vom Herbst 2006 hat unsere Praxis dieses Präparat bereits vorgestellt (3). Allerdings kommt in letzter Zeit Kritik an der Wirksamkeit auf – und in den USA wird das Medikament wohl offenbar nicht zugelassen. Wenn dies geschieht, wird es höchstwahrscheinlich in Europa vom Markt genommen werden. (6,7,8)
Nun gibt es aber doch noch eine "gute Nachricht" für Dicke: in einer Studie – veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift "Nature" (4) – wurde gezeigt, dass adipöse Mäuse das gleiche Lebensalter erreichten wie ihre dünnen Gefährten, wenn sie zur Nahrung eine bestimmte Substanz zugefüttert erhielten: Resveratrol.
Resveratrol (chem. Formel: 3, 5, 4'-trihydroxystilbene) ist ein Antioxidans, welches in der Schale von Rotweintrauben vorkommt; es führt im Organismus u. a. zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit und zur Erhöhung der Zahl der Mitochondrien ("Zellkraftwerke") – und es simuliert die vorteilhafte Wirkung einer Kalorienreduktion auf die Lebensverlängerung.
Wer Resveratrol zuführen will, muss nicht unbedingt " zu tief ins (Rotwein) Glas schauen", sondern kann es als Nahrungsergänzungsmittel in Tablettenform zuführen.

Gilt nun ab sofort für alle "Schwergewichte" – wie der "Spiegel" im November 2006 schlagzeilte (5) – die Parole: "Schlemmen, ohne krank zu werden"?

Quellen/Literatur

  1. http://www.gsaam.de/
  2. Kleine-Gunk B. Editorial. Adipositas – der lange Weg von der Grundlagenforschung zur praktischen Therapie. Arzt & Prävention 2007; 3:3
  3. http://www.schilddruesenpraxis.de/nl_200617.shtml
  4. http://www.nature.com/nature/journal/v444/n7117/abs/nature05354.html
  5. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,445789,00.html
  6. http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=28781
  7. http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=28800
  8. http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=28824
  9. http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1070570,

 

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