
14.09.2006
Aber - Rauchen verhindert die Entwicklung von Hashimoto Antikörpern (TPO-AK - Thyreoidale Peroxidase Antikörper) - und damit die Entwicklung einer Schilddrüsenunterfunktion. (1,2)
Schon länger ist bekannt, dass Rauchen einen Einfluss auf das Immunsystem hat: Rauchen ist ein eindeutiger Risikofaktor für die Entwicklung einer Basedow Überfunktion und auch für die - gefürchtete - so genannte endokrine Orbitopathie (hervortretende Augen, auch "Glotzaugen" genannt).
In der Gruppe der Raucher findet man weniger häufig TPO Antikörper als bei Nichtrauchern. Außerdem haben Raucher signifikant niedrigere TSH Werte als Nichtraucher. Die Höhe des TSH ist eng verbunden mit dem Körpergewicht (3,4): je höher das TSH (also je schwächer die Schilddrüsenfunktion), desto höher das Körpergewicht. Damit könnte der "positive" Effekt des Rauchens auf die Kontrolle des Körpergewichts und die häufig zu beobachtende Gewichtszunahme nach Aufgabe des Nikotinkonsums erklärbar sein. Fast jeder, der mal Zigaretten geraucht hat, wird bestätigen, dass es nach dem Stopp zu einer Gewichtszunahme gekommen ist.
Zusammengefasst scheint Rauchen also eher das Risiko zu erhöhen, an einer Schilddrüsenüberfunktion zu erkranken, während das Aufgeben des Rauchens eher eine Unterfunktion fördert.
Auch wenn die positiven Auswirkungen des Rauchens auf das Körpergewicht unstrittig sind - die negativen Folgen (Krebs, Gefäßverengungen, Herzinfarkt) überwiegen bei weitem, so dass jedem Raucher dringend zur Aufgabe geraten werden muss. Bezüglich der von vielen gefürchteten Gewichtszunahme nach Aufgabe ist seit September 2006 Hilfe in Form eine neuen Medikaments auf dem Markt: das Präparat heißt AcompliaR. Im Newsletter 17/2006 unserer Praxis ist dessen Wirkung ausführlich beschrieben (5)
(C) 2006 Prof. Hotze