
In einer aktuellen Studie (publiziert im Journal of Endocrinology and Metabolism) wurde untersucht, ob Melatonin bei Schlafstörungen einen günstigen Einfluss hat. Untersucht wurden 14 Patienten mit seit Jahren bestehenden Schlafstörungen mit vermindertem REM Schlaf (als REM Schlaf werden die Phasen des Schlafs bezeichnet, in denen man träumt).
Die Patienten erhielten randomisiert (zufällig zugeteilt) zwischen 2200h und 2300h entweder den Wirkstoff (3mg Melatonin) oder Plazebo (wirkstofffreie Tablette) über 4 Wochen. Danach erhielt die Plazebo Gruppe Tabletten mit dem Wirkstoff und die Wirkstoffgruppe das Plazebopräparat. Weder Arzt noch Patient wussten, welche Tabletten den Wirkstoff enthielten oder Wirkstoff frei waren (sog. Doppel Blind Design). Die Auswertung der Daten belegte eine signifikante Besserung der Schlafstörungen durch Melatonin. Die Zahl der REM Schlaf Phasen steigerte sich. Das Allgemeinbefinden verbesserte sich, neun Patienten berichteten zudem, dass die Tagesmüdigkeit abgenommen hatte. Es gab keine Nebenwirkungen. Die positive Wirkung des Melatonin hielt auch nach dem Absetzen noch an und verringerte sich dann allmählich.
Englische Zusammenfassung:
jcem.endojournals.org/cgi/content/abstract/89/1/128
Bekanntermaßen ist es nicht ausreichend nur das Gesamt Cholesterin zu bestimmen, da es sich aus 2 Unterfraktionen zusammensetzt, dem LHL und dem HDL Anteil. Dem LDL werden die negativen Wirkungen zugeschrieben. Wenn also jemand ein hohes Gesamt Cholesterin mit hohem LDL Anteil hat, hat er ein höheres Risiko für Gefäßerkrankungen als jemand, bei dem das HDL erhöht ist. Je höher das HDL, desto höher kann das Gesamt Cholesterin ausfallen, ohne dass ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko besteht.
HDL führt an der Gefäßwand zu einer vermehrten Bildung und Freisetzung von Stickstoffmonooxid (NO). NO ist der wichtigste Faktor für eine Gefäßdilatation (Erweiterung).
content.nejm.org/cgi/content/short/350/15/1505
M. Alzheimer ist der Begriff für eine vorzeitige, also vor dem Alter, auftretende Demenz. Man muss jedoch bedenken, dass der Arzt Alois Alzheimer, nach dem die Krankheit benannt wurde, bereits 1915 verstorben ist, nach einer für damalige Verhältnisse langen Lebensspanne von 51 Jahren (er wurde 1864 geboren). Die mittlere Lebenserwartung von Männern lag in der Zeit von 1901 - 1910 bei 44,8 Jahren, für Frauen bei 48,3. Diese Werte sind aus heutiger Sicht lächerlich gering.
Die heutige Lebenserwartung für Männer liegt bei 74,8 Jahren (20 Jahre länger als vor 90 Jahren), für Frauen sogar bei 80,8 (ca. 27 Jahre länger als vor 90 Jahren).
(Quelle: Statistisches Bundesamt).
Auch die Bevölkerungszusammensetzung sah 1910 noch anders aus als heute, sie ähnelte wirklich einer Pyramide mit einer breiten Basis Junger und zunehmend weniger Alten. Die Pyramiden der späteren Zeitpunkte haben den Namen eigentlich nicht mehr verdient (s. Abb. 1)

Abb.1 Bevölkerungspyramiden, exemplarisch 1910, 1950, 2000. 2030 vorausberechnet
(Quelle: Statistisches Bundesamt)
Vor diesem Hintergrund hat der Begriff "präsenile Demenz", also Demenz vor dem "Greisenalter" heute eine andere Bedeutung als 1915 und wird 2030 oder 2050 eine noch andere haben. Denn: die Alzheimer Krankheit nimmt mit zunehmenden Lebensalter prozentual zu: 5% bei 70 jährigen, 20 % bei 80 jährigen und > 30% bei 90 jährigen.
Betrachtet man nur den Anteil der über 80 jährigen (20% Anteil Alzheimer) für das Jahr 2001 und 2050 ergeben sich folgende Zahlen:
Personen über 80 Jahre:
2001: 3,9%
2050: 12,1%
In absoluten Zahlen:
Personen über 80 Jahre:
2001: 3,2 Mio
2050: 9 - 10 Mio*
*Für 2050 wurde eine Bevölkerungszahl von 75 Mio geschätzt
Heute leiden in Deutschland an M. Alzheimer ca. 650.000 Menschen, 2050 werden es voraussichtlich knapp 1,8 - 2 Mio sein.
Die Schätzungen über die Kosten für die Heimunterbringung von Alzheimer Kranken belaufen sich für 2001 auf 10 Milliarden Euro. Linear gerechnet sind das ca. € 40 Milliarden im Jahr 2050.
Wahrscheinlich sind die Kosten aber erheblich höher, weil die Lebenserwartung weiter steigen wird, und weil der Anteil der Erkrankten in der Gruppe 90+ Lebensjahre prozentual größer ist. Bislang wird jedoch nur mir einer Rate von ca. 20% ab 80 gerechnet.
Seriöse Berechnungen gehen von € 40.000 pro Jahr für die Heimunterbringung eines Alzheimer Patienten aus. Die Einweisung in ein Pflegeheim könnte um mehrere Jahre herausgezögert werden durch den konsequenten Einsatz eines so genannten Cholinesterase-Hemmers, die schon im Frühstadium der Krankheit wirken:
Sie hemmen ein Enzym, das den Nervenbotenstoff Acetylcholin abbaut. Fehlt dieser Botenstoff, funktioniert die Informationsverarbeitung im Gehirn nur noch eingeschränkt. Zumindest vorübergehend können die Cholinesterase-Hemmer dieses Defizit ausgleichen. Die Therapiekosten belaufen sich auf ca. € 7300, ein Jahr Verschiebung der Einweisung in ein Heim würde demgegenüber aber eine Einsparung von € 32.000 bringen.
Es gibt verschiedene Tests für die Gehirnleistung, z. B. der clock drawing
test /CDT), bei dem analoge Uhrzeiten gezeichnet werden müssen.
www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/99016129/ABSTRACT
Der Minimal Mental Status Test besteht aus verschiedenen Fragen und Aufgaben
zur zeitlichen und räumlichen Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache
und Rechnen.
www.alois.de/patienten/diagnose/untersuchungen/hirn_test.htm?m=1520&sid=QbRvGcPit5AAAUN5M9s
Der DemTect R (n. Calbrese) erfasst Frühformen und differenziert zwischen
minimalen kognitiven Defiziten und "echter" Demenz.
ebmh.bmjjournals.com/cgi/content/extract/7/3/70
www.aerztezeitung.de/docs/2004/09/21/169a1204.asp
Eine gute Übersicht über die Tests findet man in der Ärztezeitung:
www.aerztezeitung.de/docs/2004/09/21/169a1201.asp
Ja.
Es gibt mehrere Präparate:
| Wirkstoff | Handelsname | Hersteller |
| Donepezil | Aricept® | Pfizer |
| Rivastigmin | Exelon® | Novartis |
| Galantamin | Reminyl® | Janssen-Ciliag |
(C) 2005 Prof. Hotze