Newsletter 12/2004

Leider sind in den letzten 2-3 Jahren viele Maßnahmen innerhalb der Anti-Aging / Präventivmedizin "schlecht geredet" worden, z. T. von Journalisten, z. T. von Ärzten, von den letzteren zumeist Krankenhausärzte oder "klassische" Endokrinologen, deren Kenntnisstand jedoch (nach Ansicht vieler Ärzte der GSAAM) als dürftig angesehen wird. "Hormone sind gefährlich, Nahrungsmittelergänzung ist Unsinn", so lautet die Kritik auf den Punkt gebracht.

Leider hat sich auch die Verrsicherungswirtschaft der negativen Presse angeschlossen. Ein Beispiel: bei Verordnung von Selen bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse verweigern viele Privatversicherungen die Erstattung mit dem Hinweis: "wenn Sie sich ausgewogen ernähren, haben Sie keinen Selenmangel".
Diese Aussage ist leider FALSCH!

Eine ausgewogene Ernährung alleine verhindert Mangelzustände nicht. Viele Menschen in Deutschland haben niedrige bis sehr niedrige Selenwerte, trotz guter Ernährung, und die Zufuhr von Selen verbessert den Status bei Autoimmunerkrankungen, dies lässt sich ganz eindeutig belegen. http://edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00000751/

Oder warum würde das amerikanische Department of Agriculture (http://www.usda.gov/wps/portal/usdahome) in den 2005 Dietary Guidelines dazu aufforden, neben der entsprechenden Ernährung wahlweise "supplements", also Nahrungsergänzungen einzunehmen? http://www.health.gov/dietaryguidelines/dga2005/Backgrounder.htm

Originalzitat aus dem Bericht:

Es ist offenbar schon lange bekannt, dass mit der normalen Nahrung eine optimale Vitamin- und Spurenelemente Konzentration im menschlichen Organismus nicht mehr möglich ist.
Eine englische Initiative dazu:

Zuwenig Vitamine in Obst und Gemüse

Die British Consumer Association hat Obst und Gemüse aus Supermärkten auf ihren Gehalt an Vitaminen untersucht. Das erschreckende Ergebnis: Obst und Gemüse enthalten wenig bis gar keine Vitamine. Gründe: vorzeitige Ernte, lange Transportwege, schlechte Lagerung.

Unsere Praxis beobachtet praktisch bei allen Patienten niedrige bis sehr niedrige Selenwerte, außerdem sehr häufig niedrige Zink-, Eisen- und Vitamin D3 Werte. Bei Hashimoto Patienten ist zudem häufig Vitamin B12 niedrig bis sehr niedrig.

Der Zusammenhang zwischen Antioxidantien-Zufuhr und Krebsverringerung ist keineswegs nur ein unlauteres Versprechen einiger Ärzte oder nur eine Werbemasche der Industrie. Es gibt zahlreiche seriöse Untersuchungen dazu.
Eine Studie der amerikanischen Yale Universität (http://aje.oupjournals.org/cgi/content/abstract/160/1/68) zeigt:

Antioxidantien verringern Krebsrisiko bei Rauchern

Raucher, die regelmäßig einen Cocktail verschiedener Antioxidantien (Vitamin C, E und A, B2, B6, Selen und Zink) zu sich nehmen, verringern das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken um bis zu 68%. Dabei ist die Kombination der o. g. Einzelsubstanzen besser als die Einnahme einer Substanz. Wer dazu mehr lesen möchte, findet unter
www.positivehealth.com/permit/Articles/Cancer/good1.htm
eine Fülle weiterer Informationen und Belege. Die Daten zu Ernährung und Krebs scheinen so dramatisch zu sein, dass die Autoren von einem "well kept secret" sprechen.

Fast Food macht fett

Irgendwie wussten wir das alle schon lange.

Eine seriöse Untersuchung dazu ist unter: http://www.jacn.org/cgi/content/abstract/23/2/163
zu finden.

Es besteht ein statistisch beweisbarer Zusammenhang zwischen Fast Food Essverhalten und dem Ausmaß des Übergewichts. Typischerweise trinken Fast Food Esser auch häufiger zuckerreiche Softdrinks, ein weiterer Faktor, der den Insulinstoffwechsel negativ beeinflussen kann. Etwa 20% der in dieser Studie befragten Personen aßen regelmäßig Fast Food.

(C) 2004 Prof. Hotze