Newsletter 11/2004

Neues Mittel gegen Hirsutismus

(Hirsutismus = unerwünschter Haarwuchs im Gesicht bei Frauen)

Ein neues Medikament zur Behandlung unverwünschten Haarwuchses bei Frauen ist in Deutschland zugelassen. Es enthält den Wirkstoff Eflornithin (Handelsname: Vaniqa®). Der Wirkstoff Eflornithin hemmt ein Enzym (Ornithin Decarboxylase), welches an der Bildung des Haarschaftes beteiligt ist. Durch die Enzym Blockade verlangsamt sich das Haarwachstum. Die Wirksamkeit und Sicherheit des Präparates wurde in zwei so genannten Doppelblindstudien (Doppelblind = weder Arzt noch Patient wissen, ob Wirkstoff oder Plazebo verwendet wird) nachgewiesen.

Eine Besserung tritt bereits 8 Wochen nach Behandlungsbeginn ein.

Wie wird Vaniqa® angewendet?

Vaniqa® ist ausschließlich zur Anwendung auf der Haut bestimmt. Ein Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten (Mund, Nase) muss vermieden werden.

Die Creme wird zweimal täglich im Abstand von 8 Stunden auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen.

Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln?

Keine bekannt.

Nebenwirkungen?

Häufig Akne. Selten: Kribbeln, Rötung, Taubheitsgefühl.

Mehr Infos:

www.vaniqa.com

Melatonin als Marker für das biologische Alter?

Italienische Wissenschaftler untersuchten, ob der nächtliche Melatonin-Anstieg altersabhängig ist. Sie fanden, - wie bereits bekannt - dass bei jungen gesunden Menschen (23-39 Jahre) die Melatonin-Konzentration im Blut nachts deutlich ansteigt. Bei älteren Menschen (66-94 Jahre) fiel der nächtliche Anstieg der Melatonin Sekretion deutlich geringer aus, die Kurven waren flacher. Besonders gering war der Anstieg bei dementen Personen, wobei das Ausmaß der Melatonin Sekretion und der Grad der Demenz korreliert waren.

Interessanterweise war in der Gruppe der über Hundertjährigen (100-107 Jahre) der Kurvenverlauf der nächtlichen Melatonin Sekretion ähnlich wie bei jungen Menschen, nur die Amplitude war geringer.

Low Fat oder Low Carb im Kampf gegen Übergewicht?

Neueste "amtliche" Zahlen zum Thema Übergewicht in Deutschland: Laut statistischem Bundesamt sind in Deutschland ca. 40% der Erwachsenen übergewichtig (BMI > 25), 20% sind adipös (fettleibig) mit einem BMI von > 30. Damit sind hierzulande 60% der Erwachsenen übergewichtig, und nur 40% normalgewichtig. Damit gehört Deutschland zu den Ländern, in denen es mehr Übergewichtige als Normalgewichtige gibt, mit steigender Tendenz. In den USA sind mittlerweile 25% der Erwachsenen adipös, obwohl der Fettverbrauch seit 20 Jahren rückläufig ist, dieser Effekt wird das Amerikanische Paradoxon genannt. Daher ist in den USA derzeit die so genannte modifizierte Atkins Methode der Ernährung sehr populär. Dabei wird der Kohlenhydratverzehr deutlich reduziert und dafür mehr Protein und Fett konsumiert. Gleichzeitig wird eine Supplementierung von Vitaminen und Mineralien empfohlen. In einigen Studien, in denen die Reduktion von Fett gegenüber der Reduktion von Kohlehydraten verglichen wurde, zeigte sich bei verminderter Kohlehydratzufuhr eine deutlichere Gewichtsabnahme als in der Vergleichsgruppe mit verminderter Fettzufuhr.

Die deutsche wissenschaftliche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält - mit Verweis auf das Vorliegen nur kurzfristiger Daten - dennoch an ihrer bisherigen Ernährungsempfehlung fest, diese ist übrigens schon 30 Jahre alt.

Mehr Infos:

www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,jik31j3sdjfz9kf1~cm.asp
www.menshealth.de/d/24087
www.dietsguide.com/modified-atkins-diet.html

(C) 2004 Prof. Hotze