Newsletter 08/2004

PCO Syndrom

Was steckt hinter der Abkürzung?

PCO steht für Polycystic Ovary Syndrom.

Das PCO Syndrom ist eigentlich ein Symptomenkomplex, der bis zu 10% aller Frauen betrifft. Im Vordergrund der klinischen Probleme können Zyklusstörungen und unerfüllter Kinderwunsch stehen, aber auch sehr häufig Übergewicht und Neigung zu "männlicher" Behaarung.

Häufig - aber nicht immer - findet man bei Frauen mit PCO mehrere zystische Veränderungen in den Eierstöcken (Ovarien). Es kommt zwar zur Ausreifung vieler Follikel, aber nicht zum Eisprung aufgrund der hormonellen Situation. - Normalerweise reift bei einer Frau im Rahmen eines Monatszyklus ein Follikel heran, aus dem dann ein Eisprung stattfindet. -

Die Ausreifung zahlreicher Follikel ohne Eisprung erklärt die Infertilität und den unregelmäßigen Zyklus.

Die erhöhten freien Androgene im Blut führen zu einer Insulinresistenz, diese wiederum zur Gewichtszunahme und zum Prä/Diabetes.

Im Fettgewebe hingegen wird vermehrt Östrogen (Androgen-Östrogen-Konversion) gebildet, wodurch das Steuerungshormon LH (Luteinisiserendes (Gelbkörper) Hormon) vermehrt ausgeschüttet wird. Der Quotient LH/FSH (Follikelstimulierendes Hormon) verschiebt sich zugunsten von LH.

Welche Symptome treten bei PCO auf?

Haare und Haut

Blut

Zyklus

Wie wird PCO diagnostiziert?

Neben den klinischen Merkmalen hauptsächlich über eine Blutuntersuchung:

LH   meist erhöht
FSH normal oder leicht erniedrigt
LH/FSH häufig erhöht
Androgene ein oder mehrere Androgenparameter erhöht
DHEAS oberer Grenzbereich oder erhöht
SHBG meist erniedrigt
Prolaktin häufig oberer Grenzbereich/erhöht
Insulin häufig erhöht

Wie wird PCO therapiert?

Neuere Untersuchungen zeigen übereinstimmend, dass Medikamente, die die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen steigern, günstig auf erhöhte männliche Hormone, Eisprung und Fertilität haben, auch bei schlanken Frauen.

Bei übergewichtigen Frauen verbessert sich zusätzlich durch diese Medikamente das Körpergewicht.

Bei Androgenisierungserscheinungen können zusätzlich Antiandrogene (Blockade der Androgenrezeptoren) und Ovulationshemmer eingesetzt werden.

Mehr zu dem Thema im Internet

www.pcosupport.org
www.pco-syndrom.de
www.m-ww.de/krankheiten/gynaekologie/pco.html

(C) 2004 Prof. Hotze