Wer war der Namensgeber der Krankheit, die als häufigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion in den westlichen Industrienationen gilt?
Dr. Hakaru Hashimoto wurde 1881 in Japan geboren. Mit 22 Jahren begann er ein Medizinstudium an der neu gegründeten Universität in Kyushu - der New Medical School of Kyushu.
Nach dem Abschluss des Studiums arbeitete er in der chirurgischen Abteilung unter der Leitung von Prof. Miayke.
Seine Bahn brechende Veröffentlichung, die seinen Namen für alle Zeiten mit einer der häufigsten Schilddrüsenkrankheiten in Verbindung gebracht hat, erschien 1912 in einer deutschen Fachzeitschrift für Chirurgie:
"H. Hashimoto:
Zur Kenntnis der lymphomatösen Veränderung der Schilddrüse (Struma lymphomatosa).
Archiv für klinische Chirurgie, Berlin, 1912, 97: Seite 219-248"
In der Veröffentlichung beschreibt Hashimoto die Schilddrüsen-Befunde von vier Patienten, die an einer chronischen Erkrankung der Drüse litten. Er prägte für die Abweichungen des pathologisch-anatomischen Bildes dieser Schilddrüsen von den Schilddrüsengesunder Menschen den Begriff: "Struma lymphomatosa".
Die Schilddrüsen dieser Patienten zeigten eine diffuse Infiltration von Lymphozyten (Zellen, die sich normalerweise im Blut befinden), eine Fibrose (Ersatz von Drüsenzellen durch Zellen des Bindegewebes) und eine Atrophie (Schrumpfung).
Die Einwanderung von Lymphozyten in die Schilddrüse ist das sichtbare Phänomen der Autoimmunerkrankung: Zellen des Immunsystems infiltrieren ein körpereigenes Organ.
Die Fibrose und Atrophie sind die Ursachen für die nachlassende Leistungsfähigkeit des Organs, Hormone zu produzieren, also einer Unterfunktion.
Nach seiner Publikation hielt sich Hashimoto 3 Jahre in Europa auf (Göttingen, Berlin, London). Zu Beginn des ersten Weltkrieges kehrte er nach Japan zurück.
Dr. Hakaru Hashimoto starb 1934 an den Folgen einer Typhuserkrankung im Alter von 53 Jahren.