Der Begriff "heiß" bezieht sich - genauso wie der Ausdruck "kalt" - auf die Farbgebung im Szintigramm.
In den Anfängen der Szintigraphie, in den 1950er Jahren, wurde vereinbart, dass die erhöhte Jodaufnahme mit den Farben gelb und rot ("heiße" Farben) dargestellt wurde. Diese Zuordnung wurde bis heute beibehalten.
"Heiß" heißt: erhöhte Jodaufnahme.
Ein heißer Knoten ist ein Knoten, der eine erhöhte Jodaufnahme aufweist.
Heiße Knoten sind von der Funktion her aktiver als normales Schilddrüsengewebe und produzieren vermehrt Hormon, können also zu einer Überfunktion führen. Die Symptome der Überfunktion sind im Abschnitt "Überfunktion" beschrieben.
Durch die Regulation der Schilddrüse durch das übergeordnete Hormon TSH kann die Entwicklung einer Überfunktion längere Zeit kompensiert werden, indem das gesunde Gewebe weniger Hormon produziert und damit in der Bilanz die Menge an gebildeten Hormon gleich bleibt. In dieser Situation wird weniger TSH gebildet, dadurch wird das gesunde Gewebe weniger stimuliert. Diese Konstellation - niedriges TSH und noch normale Hormone - wird "latente Überfunktion" genannt.
Erst bei nicht mehr vorhandener Kompensationsmöglichkeit (wenn das TSH nicht mehr weiter gesenkt werden kann) übersteigen die SD-Hormone die Normwerte. Die Konstellation - niedriges TSH und erhöhtes SD-Hormon - wird "manifeste Überfunktion" genannt.
Sie sind so gut wie nie bösartig.
Ultraschall
Es gibt bestimmte Merkmale im Ultraschall, die den Verdacht auf einen heißen
Knoten lenken:
Echoarmut (dunkleres Schallmuster als gesundes Gewebe)
Zentral: zystischer Anteil (Flüssigkeit)
Randbegrenzung (Kapsel) des Knotens vermehrt durchblutet.
In den meisten Fällen ist jedoch zur sicheren Diagnose ein Szintigramm notwendig.
Szintigramm
Umschriebene Mehrspeicherung.
Besonderheit: Ein Knoten ist im Ultraschall erkennbar aber nicht im Szintigramm.
Bei dieser Konstellation wird ein Suppressions-Szintigramm angefertigt. Durch Einnahme von Schilddrüsenhormon wird das Steuerungshormon TSH "supprimiert" (unterdrückt); die Folge: das gesunde, regelbare SD-Gewebe nimmt weniger Jod auf, der heiße Knoten jedoch lässt sich nicht beeinflussen. Im Suppressions-Szintigramm wird der heiße Knoten dann "enttarnt".
Nein. Nur die Überfunktion kann im Blut erkannt werden. Um die Ursache der Überfunktion zu klären, muss immer eine Bildgebung (Ultraschall, Szintigramm) herangezogen werden.
Nein. Da heiße Knoten nicht bösartig sind, kann statt der Operation eine Radiojodtherapie durchgeführt werden.
Eine Operation kann dennoch notwendig sein, wenn
Ja. Bei großen Knoten oder wenn mehrere heiße Knoten vorliegen, kann es notwendig werden, 2 oder 3 RJT durchzuführen.
3 Monate nach RJT oder Operation wird ein Kontrollszintigramm angefertigt, welches die Befundänderung bestätigt. Auch die Laborwerte werden zu diesem Zeitpunkt bestimmt. Sie sollten sich normalisiert haben.